FAQ - Fragen und Antworten

Fragen und Antworten zum RSV

Wo finden wir ein qualifiziertes Unternehmen in der Kanalsanierung?

Der RSV möchte Auftraggeber dabei unterstützen, qualifizierte Dienstleister aus der Rohrleitungssanierungsbranche zu finden. Hierfür bieten wir eine Mitgliedersuche an, in der Netzbetreiber, kommunale Auftraggeber oder Liegenschaftsverantwortliche fündig werden. Dass nicht alle Firmen dort angezeigt werden, hat zwei Gründe:

  • Nicht alle Unternehmen, die im Bereich der Sanierung arbeiten, sind Mitglied im RSV wobei wir aktiv daran arbeiten, alle in Frage kommenden Firmen aufzunehmen. Geben Sie uns gern einen Hinweis, wenn Sie uns ein Unternehmen als Mitglied empfehlen!
  • Nicht alle Unternehmen können Mitglied im RSV werden. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist ein Qualitätsnachweis (z. B. Güteschutz Kanalbau, anerkannte Qualitätssiegel, Akkreditierung als Prüflabor).

Bitte beachten Sie: Aus technischen Gründen ist in der Mitgliedersuche derzeit keine Umkreissuche möglich. Außerdem werden Ergebnisse ausschließlich alphabetisch sortiert angezeigt.

Können wir Ausschreibungen an den RSV weiterleiten?

Das wäre möglich, aber wir möchten Sie bitten, direkt Kontakt zu potenziellen Mitgliedsunternehmen aufzunehmen. Diese finden Sie in unserer Unternehmenssuche. Eine pauschale Weiterleitung von Ausschreibungen an die Mitgliedschaft können wir nicht vornehmen.

Wo finden wir Hilfe für korrekte Ausschreibungen?

Technische Merkblätter finden Sie unter dem Stichwort "Know-how" auf unserer Seite. In unserer Mitgliedersuche werden Ihnen aber auch Ingenieurbüros angezeigt, die sich auf die Kanalsanierung spezialisiert haben und Ihnen in Ihrer Nähe zur Seite stehen. Auf der Seite Richtlinien für die Vergabe informieren wir darüber, welche Voraussetzungen zur Tariftreue seitens der Auftragnehmer erfüllt werden müssen - und wie Auftraggaber auf "Nummer sicher" gehen können. Für Auftraggeber von Schlauchlining-Maßnahmen haben wir noch Hinweise zur Materialprüfung, die von Interesse sein könnten.

Wir haben ein interessantes Angebot erhalten. Hilft der RSV bei einer Bewertung?

Preiseinschätzungen zu konkreten Angeboten nehmen wir nicht vor - gern geben wir aber eine Rückmeldung zu grundsätzlichen technischen Fragen und möglicherweise zweifelhaften Angeboten. Leider gibt es im Bereich der Kanalsanierung immer wieder schwarze Schafe, die das Vertrauen von Auftraggebern missbrauchen. Gemäß der Satzung des RSV können nur Firmen Mitglieder sein, die sich an die geltenden Bestimmungen halten und das Ansehen der Branche nicht in Misskredit bringen.

Ein Unternehmen gibt sich als RSV-Mitglied aus, ist aber nicht auf der RSV-Seite gelistet.

Hinweise dieser Art erhalten wir von Zeit zu Zeit. Gern prüfen wir für Sie, ob eine Mitgliedschaft besteht oder gegebenenfalls in der Vergangenheit bestanden hat. Sollten Firmen auf Ihrer Website mit der Mitgliedschaft im RSV werben, die nicht Mitglied sind und es auch aufgrund fehlender Qulaitätsnachweise nicht werden könnten, behalten wir uns rechtliche Schritte vor.

Können wir beim RSV eine telefonische Anfrage stellen?

Wenden Sie sich gern an uns. Die Geschäftsstelle ist an Werktagen von 9 bis 16 Uhr besetzt (Telefon: 040 / 210 74 167). Gern nehmen wir natürlich Ihre E-Mail entgegen.

Fragen und Antworten zur Inhouse-Sanierung

Abwasserleitungen sanieren, ohne Wände aufzubrechen - wie zuverlässig sind die Systeme?

Seit vielen Jahren sind DIBt-zugelassene Systeme auf dem Markt, mit denen Fallstrangleitungen zuverlässig instand gehalten werden können, ohne eine Wand aufbrechen zu müssen. Die Technik des sogenannten Schlauchlinings, bei dem ein Rohr im Rohr entsteht, wird weltweit und in Deutschland in Privat- und Gewerbeimmobilien angewendet. Außerdem gibt es Verfahren, bei denen der Kunststoff über ein Sprühsystem flüssig aufgebracht wird und innerhalb von Minuten aushärtet.

Verringert sich durch eine Sanierung der Leitungsquerschnitt?

Der Leitungsquerschnitt verringert sich nur um wenige Millimeter. Beeinträchtigungen resultieren in der Regel daraus nicht. Übrigens: Durch den zusätzlichen Wandaufbau wird bei Fallleitungen eine bessere Schalldämmung erreicht.

In welchen Gebäuden kommen Sanierungsverfahren zum Einsatz?

Egal ob in Wohngebäuden, Krankenhäusern, Hotels, Schulen, öffentlichen Verwaltungen oder Gewerbeimmobilien - die Sanierung von innerhäuslichen Abwasserleitungen ist überall möglich. Das Material der Leitung und die Art des Abwassers kann eine Rolle bei der Wahl der Verfahren spielen.

Wie wird die Qualität innerhäuslicher Sanierungssysteme gewährleistet?

Der Rohrleitungssanierungsverband e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Qualität bei der Sanierung von innerhäuslichen Rohrleitungen in den Blick zu nehmen. In einem Arbeitskreis aus Ingenieuren, Systemherstellern und Anwendern ist ein Merkblatt h entstanden, das als erstes seiner Art auf dem Markt verfügbar ist. Es gibt Auftraggebern die Möglichkeit, das geeignete Verfahren für die jeweiligen Rahmenbedingungen zu finden und Ausschreibungen entsprechend zu gestalten.

Wo findet man zuverlässige Dienstleister?

Bei uns. In unserer Unternehmenssuche finden Sie Mitgliedsunternehmen, die unsere Anforderungen erfüllen. Wir achten bei unseren Mitgliedern darauf, dass sie über Qualifizierungsnachweise verfügen und zugelassene Systeme verwenden.

Wo bekomme ich unabhängige Informationen zu innerhäuslichen Sanierungsverfahren?

Laden Sie sich unser Merkblatt herunter und wenden Sie sich gern mit Detailfragen an uns. Wir vermitteln dann gern Experten in Ihrer Nähe.

Fragen und Antworten zu Corona

Woher bekommen wir als Arbeitgeber Schnelltests?

Keine leichte Frage. Denn die Ware ist heiß begehrt.

Kleine Mengen, schnell:

- Beim Aldi vor Ort. Tatsächlich erhält der Discounter immer wieder Nachschub der Selbsttests. Die Abgabemenge ist in der Regel begrenzt. Fragen Sie an der Kasse, ob Sie für Ihre Mitarbeiter evtl. Nachschub bestellen können. Ein Arbeitgeber hatte auf diese Weise bei Aldi Nord Glück.

- Beim Aldi online. Der Discounter liefert auf Bestellung. Allerdings gibt's auch hier eine begrenzte Menge, aber man kann sich per E-Mail registrieren.

- Online und zum Teil vor Ort, bei den Discountern DM, Rossmann und Müller. Auch hier ist die Nachfrage groß und die Menge begrenzt.

Größere Mengen, nicht ganz so schnell:

Das BfArm veröffentlicht auf seiner Website eine Liste mit zugelassenen Tests. Beim Klick auf "Details" öffnet sich der Link mit direktem Kontakt zum Hersteller. Dort können Sie dann beim Anbieter Ihrer Wahl verhandeln.

Welche Schnelltests sind zugelassen?

Das BfArm veröffentlicht eine Liste der aktuell zugelassenen Tests. Dies schützt vor unseriösen Angeboten.

26.03.2021

Ist der Corona-Schnelltest vom Arbeitgeber ein geldwerter Vorteil?

Nein, wenn es sich um dienstliche Beweggründe handelt, die zum Test führten. Da die Kostenübernahme der Tests im betrieblichen Interesse ist, handelt es sich nach Ansicht von Steuerexperten nicht um Arbeitslohn, der versteuert werden muss.

Quelle: ecovis

Erstellt am 10.03.2021

 

Gibt es eine Pflicht für Arbeitgeber, Schnelltests anzubieten?

Eine Pflicht für Schnelltests in Unternehmen gibt es derzeit nicht - entgegen anders lautender Forderungen von Bund und Ländern. In einer Art freiwilligen Selbstverpflichtung haben die Arbeitgeber-Spitzenverbände BDA, BDI, DIHK und ZDH in einem gemeinsamen Papier angekündigt, für eine Ausweitung des Testangebots in den Firmen zu werben. In der Woche zuvor hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten beschlossen, Unternehmen zu einem Schnelltest einmal wöchentlich zu verpflichten.

Quelle: Handelsblatt

10.03.2021

Wer kommt für die Kosten von Corona-Tests für Mitarbeiter auf?

Wenn Unternehmen den Test für Mitarbeiter selbst anfordern, müssen sie die Kosten dafür selbst tragen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen den Test nur, wenn er medizinisch notwendig ist - und das beurteilt der behandelnde Arzt.

Quelle: TK

Verschärfter Lockdown: Was kommt auf uns als Arbeitgeber zu?

Die neue Arbeitsschutzverordnung sieht für Arbeitgeber eine Verschärfung der Pflichten im Betrieb vor.

Das gilt jetzt schon in Sachen Arbeitsschutz:

  • Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m zu anderen Personen; Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung, wo dies nicht möglich ist.
  • In Kantinen und Pausenräumen muss ebenfalls der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden.
  • Arbeitgeber müssen Flüssigseife und Handtuchspender in Sanitärräumen bereitstellen.
  • Regelmäßiges Lüften muss gewährleistet sein.
    • AHA+L-Regeln nach dem Arbeitsschutzstandard


Das gilt neu - zunächst befristet bis zum 15. März 2021:

  • Arbeitgeber sind verpflichtet, Homeoffice anzubieten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten das Angebot annehmen, soweit sie können. (siehe weitere Frage)
  • Müssen Räume von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden, müssen pro Person 10 m² zur Verfügung stehen.
  • In Betrieben ab 10 Beschäftigten müssen diese in möglichst kleine, feste Arbeitsgruppen eingeteilt werden.
  • Arbeitgeber müssen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen (siehe weitere Frage)

Quelle: BMAS

Überall da, wo kein Homeoffice angeboten wird, gilt die Umkehrbeweislast. Arbeitgeber müssen begründen, warum ein Mitarbeiter nicht ins Homeoffice können. Dazu mehr in einer anderen Antwort

Sie benötigen eine Notbetreuung und den Systemrelevanz-Nachweis? Mehr dazu in einer anderen Frage dieser Liste.

Warum das Ganze, wo doch die Zahlen runtergehen? Mehr dazu in einer anderen Frage...

aktualisiert am 29.01.2021

 

Was versteht man unter "medizinischen Masken"?

Als "medizinische Masken", die künftig am Arbeitsplatz empfohlen werden, werden FFP2-Masken und die günstigeren sogenannten OP-Masken verstanden. Im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel sind FFP2-Masken Vorschrift.

 

FFP2-Maske

FFP2-Maske

OP-Maske

 

Welche Schutzmaßnahmen gelten auf Baustellen?

Der Hauptverband der Bauindustrie hat alle aktuellen Vorschriften zusammengestellt.

https://www.bauindustrie.de/themen/informationen-corona/corona-schutzmassnahmen-auf-der-baustelle/

10.02.2021

Pflicht zum Homeoffice. Für wen gilt sie?

Laut  Bundesarbeitsministerium gilt:

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Beschäftigten anzubieten, im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten, die sich dafür eignen, in ihrer Wohnung (Homeoffice) auszuführen, sofern zwingende betriebsbedingte Gründe dem nicht entgegenstehen. Die Entscheidung über die Eignung bzw. evtl. entgegenstehende Gründe trifft der Arbeitgeber.

29.01.2021

Können Mitarbeiter gewzungen werden, im Homeoffice zu arbeiten?

Nein. Denn: Das Zuhause eines Mitarbeiters ist sein privater Bereich, an dem der Arbeitgeber - und auch der Gesetzgeber - außen vor ist (Unverletzlichkeit der Wohnung Art. 13 GG). Ausnahme: Im Arbeitsvertrag, in der Betriebsvereinbarung oder einer entsprechenden Regelung ist der private Wohnraum als vertraglicher Arbeitsort von beiden Seiten geregelt.

Auch die häuslichen Verhältnisse der Beschäftigten (z.B. kein geeigneter Bildschirmarbeitsplatz, räumliche Enge) können einer Arbeit im Homeoffice entgegenstehen.

Es bleibt eine Aufforderung an die Vernunft der Arbeitgeber.

Denn um die Corona-Pandemie zu bekämpfen, könnte das Arbeiten fernab von Kollegen und ohne enge Wege in Bus und Bahn einen wichtigen Beitrag leisten. "Die Corona-Pandemie ist nach wie vor eine ernste Bedrohung für die Gesundheit von jeder und jedem. Aber es gibt Möglichkeiten zum Schutz. Wenn bspw. das Ansteckungsrisiko am Arbeitsplatz und in den öffentlichen Verkehrsmitteln verringert wird, hilft das allen und ein harter wirtschaftlicher Shutdown lässt sich vermeiden."

Quelle: BMAS

29.01.2021

Ein Mitarbeiter möchte ins Homeoffice, als Arbeitgeber bin ich dagegen. Was tun?

Bedingung ist zunächst, dass das Arbeiten von zu Hause aus für den Mitarbeiter möglich ist. Sollte dies der Fall sein, könnten beispielsweise betriebliche Gründe gegen eine Homeoffice-Tätigkeit sprechen. Die Entscheidung über die Eignung bzw. evtl. entgegenstehende Gründe trifft der Arbeitgeber.

Zunächst einmal wird laut BMAS das Gespräch mit dem Mitarbeiter empfohlen. Möglicherweise können Sie ihm klar darlegen, welche Gründe dies sind.

Der Arbeitnehmer hat darüber hinaus das Recht, sich an die zuständige Arbeitsschutzbehörde zu wenden. Auf Verlangen der Behörden muss der Arbeitgeber die Gründe darlegen können, weshalb die Arbeit im Homeoffice nicht möglich ist.

Quelle: BMAS

Es war die Schließung von Baustellen im Gespräch. Ist das aktuell?

Nein. In der Bekanntmachung der Bundesregierung ist eine derartige Maßnahme jedenfalls nicht enthalten. (In den vergangenen Tagen war die Stilllegung aller Baustellen in verschiedenen Bundesländern diskutiert worden, was den massiven Protest von Bauverbänden nach sich zog.)

19.01.2021

Wie begründen wir es, wenn ein Mitarbeiter nicht im Homeoffice arbeiten kann?

Bis zum 15. März 2021 gelten voraussichtlich verschärfte Maßnahmen für Unternehmen. Bund und Länder haben sich auf weitreichendere Maßnahme verständigt, um eine mögliche Ausbreitung von Virusmutationen einzudämmen. Wortlaut der Bund-Länder-Vereinbarung vom 19.01.2021

An dieser Stelle haben wir für Sie Formulierungen zusammengestellt, die Sie möglicherweise für die Begründung angeben können. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Erfolg (die Anmerkungen in Klammern dienen Ihnen als Erklärung).

Unser Mitarbeiter / unsere Mitarbeiterin....

  • ist zuständig für den direkten Kundenkontakt bei Aufträgen rund um die Sicherstellung von Abwasserentsorgung, die über unsere Telefonanlage zentral eintreffen und von ihr / ihm koordiniert werden. Eine Anwesenheit und direkte Handlungsfähigkeit vor Ort ist zwingend erforderlich.
  • hat an seinem/ ihrem Wohstandort keine Möglichkeit, auf das Internet zuzugreifen. (In Rumänien oder Thailand würde man Ihnen das nicht glauben, aber in Deutschland schon)
  • übernimmt bei seiner / ihrer Arbeit koordinative, administrative, personalrelevante Tätigkeiten, die eine zwingende Anwesenheit im Betrieb mit den entsprechenden Datenschutzvorkehrungen erfordern. (Datenschutz geht immer...)
  • ist als Berufsbezeichnung fast ausschließlich auf Baustellen vor Ort im Einsatz. Da es sich nicht um eine Bürotätigkeit handelt, stellt sich die Frage nach einem Home-"Office" nicht.
  • ist als Berufsbezeichnung für uns zur Bedienung einer bestimmten Maschine / zur Vorbereitung von Baustellentätigkeiten mit vor Ort befindlichen Materialien / zur Instandhaltung ausschließlich vor Ort befindlicher Fahrzeuge  erforderlich. Auch wenn es sich nicht um ihre / seine hauptsächliche Aufgabe handelt, ist eine Vor-Ort-Anwesenheit für den gesamten betrieblichen Ablauf nicht verzichtbar.

19.01.2021

Mein Mitarbeiter ist unabkömmlich, muss aber Kinder betreuen. Wie begründen wir eine Systemrelevanz?

Vorweg: Es gibt keine bundeseinheitliche politische Regelung, ob Kinder in Corona-Zeiten betreut werden können, hängt von den Regeln des jeweiligen Bundeslandes ab.

Realität ist allerdings auch: In der Berufsgruppe der Erzieher ist das Risiko einer Covid-19-Erkrankung deutlich erhöht.

Sie sind Mitarbeiter eines Unternehmens im Bereich der Kanalsanierung, Kanalreinigung, Kanalinstandhaltung? Sie sind auf eine Betreuung in Kita oder Schule angewiesen?

Betreuungsstätten und Schulen fordern häufig den Nachweis einer Systemrelevanz gegenüber den örtlichen Verantwortlichen. Je nach Behörde und nach Bundesland gibt es abweichende Formulare, ebenso unterscheiden sich die Kriterien, nach denen entschieden wird. Unsere Erfahrung zeigt, dass im Einzelfall durchaus eine Entscheidung im Sinne des Weiterbetriebs unserer wichtigen Aufgaben erfolgt.

Systemrelevant oder nicht?

Die viel zitierte Systemrelevanz ist eigentlich ein eng gefasster Begriff, allerdings bleibt Interpretationsspielraum. Nach den Kriterien des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zählen die Bereiche "Wasser und Entsorgung" dazu. Viel detaillierter wird es allerdings nicht.

Schaut man in andere Unterlagen der Pandemieplanung der Bundesregierung, lässt sich feststellen: Je nach dem, welche Tätigkeit Ihre Mitarbeiter verrichten, können diese unter den Aspekt der kritischen Infrastruktur fallen. Nach den Kriterien des KRITIS gehört der Prozessschritt der Entwässerung dazu.

Sollten Sie nach einer konkreten Begründung gefragt werden, können wir Ihnen gern Folgendes an die Hand geben, um den Mitarbeitern bei den Behörden tiefere Einblicke in die Prozessabläufe zu geben.

Warum kann man auf Mitarbeiter in unserer Arbeit nicht verzichten?

Die Rohr- und Kanalreinigung sowie die Rohrleitungssanierung sind Aufgaben, die mittelbar an der Daseinsvorsorge beteiligt sind. Landesgesetze regeln gegenüber öffentlichen Netzbetreibern die Pflicht zur Bereitstellung funktionierender Abwasserentsorgungsnetze. Um diese Aufgabe zu bewerkstelligen, vergeben Abwassernetzbetreiber die Aufgabe der Rohrleitungsinstandhaltung an spezialisierte Privatunternehmen. In der Regel handelt es sich um kurz- und mittelfristig notwendige Reparatur- und Renovationsarbeiten, um den sicheren Kanalbetrieb - wieder - zu gewährleisten. Zum Teil werden aber Abwassernetze durch unsere Mitgliedsunternehmen vor einem möglichen konkreten Kollaps bewahrt.

Ausführende Unternehmen in der Kanalsanierung sind nach Ansicht des RSV generell in der Regel unmittelbar eingebunden in diese Prozesskette der öffentlichen Kanlinstandhaltung und damit Abwasserentsorgung. Angesichts der Bedeutung funktionierender Abwasserinfrastrukturen ist es von hoher Bedeutung, diese Prozessketten nicht zu unterbrechen.

19.01.2021

Die Fallzahlen gehen runter. Warum sollen unsere Mitarbeiter jetzt ins Homeoffice?

Schneller sein als das Virus - mit dieser Strategie hat die Bundesregierung schon im Frühjahr die Zeichen der Zeit erkannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen eindringlichen Appell an die Wirtschaft gerichtet: Ziel ist, neue Varianten des Coronavirus, die höher ansteckend sein sollen als die bisher bekannten, in Deutschland nun erst gar nicht Fuß fassen zu lassen. Auch wenn die Neuinfektionszahlen sinken, will man sich auf die Lage einstellen. Einer der Ansteckungsorte ist übrigens der öffentliche Nahverkehr. Je weniger Menschen zur Arbeit anreisen müssen, desto geringer ist auch die Ansteckungsgefahr.

19.01.2021, aktualisiert am 29.01.2021

Was gilt in den einzelnen Bundesländern?
Wie bleiben wir als Branche, die im Bereich der kritischen Infrastruktur arbeitet, leistungsfähig?

Wir sorgen weiterhin für den Erhalt und die Betriebssicherheit unterirdischer Leitungsnetze – deshalb hat unsere Stellungnahme aus dem Frühjahr 2020 weiterhin Bestand. Übrigens: Für Sie als Auftragnehmer und als Arbeitgeber hat das Beherbergungsverbot keine Relevanz: Für geschäftliche Aufenthalte gilt die umstrittene Regelung nicht – mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern (Aufhebung am 21.10.2020).

Link: Stellungnahme des RSV zur Corona-Krise

Letzte Aktualisierung: 20.10.2020

Was gilt für den Übertritt an den EU-Grenzen?

Eine Übersichtskarte für Europa mit den jeweiligen Regeln ist auf der Internetseite der EU-Kommission zu finden.

Die Bundesregierung hat Informationen für Reisende und Pendler zusammengestellt.

Das Bundesinnenminsterium gibt täglich neue Hinweise für die Einreise für die Bedingungen an Grenzübergängen in Deutschland. Auf einer FAQ-Seite werden unter dem Stichwort "Reisebeschränkungen / Grenzkontrollen" sowie "Quarantäne" wichtige Fragen geklärt.  

Zu beachten ist: Wenn ausländische Mitarbeiter aus Deutschland in ihre Heimat zurückkehren, müssen sie zum Teil direkt in Quarantäne. Regelungen dazu finden Sie bei den deutschen Vertretungen im jeweiligen Land.

Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss sich via digitale Einreiseanmeldung registrieren.

Letzte Aktualisierung: 14.12.2020

Welche Perspektiven gibt es derzeit?

Eins steht fest: So langsam geht vielen in Sachen "AHA" schlichtweg die Puste aus. Das Gemeine ist: Es gibt es niemanden, der derzeit zuverlässig ein Datum nennen kann, wann wir wieder die gesamte alte Normalität zurückerhalten. Erst wenn es zugelassene Impfstoffe, wirksame Medikamente und bezahlbare Corona-Schnelltests gibt, werden wir die Lage besser im Griff haben als noch in diesem Winter. Die Bundesregierung geht – in einer vorsichtigen Erwartung – von einer breiten Impfstoff-Verfügbarkeit Mitte nächsten Jahres aus. In Österreich werden derzeit Schnelltests bei Veranstaltungen ausprobiert (sind in Deutschland nur im Gesundheitsbereich zugelassen).

Link: Bundesregierung: Das ist der Stand der Impfstoff-Forschung

Link: Robert-Koch-Institut (RKI): "Nationale Teststrategie"

Link: Austria Info: "Covid-Schnelltest für sichere Veranstaltungen"

Letzte Aktualisierung: 20.10.2020

Was müssen wir auf der Baustelle beachten?

Es gibt ein Update der Bundesregierung zum Arbeitsschutz: Der im April veröffentlichte Sars-Cov-2 Arbeitsschutzstandard gilt weiterhin. Er wurde jetzt durch eine Arbeitsschutzregel ergänzt, die die zehn Punkte konkretisiert. Interessant: Es sind nun unter anderem Schutzmaßnahmen für Baustellen enthalten.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat die Sars-Cov-2-Arbeitsschutzregel herausgegeben. In dem 25-seitigen Papier ist alles enthalten, was man als Arbeitgeber wissen muss - von Arbeitsschutzunterweisungen bis hin zu Themen wie soziale Isolation im Homeoffice.

Hier geht's direkt zur Veröffentlichung der baua.

Alle bisherigen Regeln des BMAS sowie Empfehlungen der Berufsgenossenschaften im Überblick.

Letzte Aktualisierung: 23.09.2020

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr durch Aerosole in der Raumluft?

Aerosole aus der Raumluft gelten als hauptsächlicher Übertragungsweg für die Ansteckung mit dem Coronavirus. Die kleinen Partikel in der Luft sind vor allem deshalb kritisch, weil infizierte Personen oftmals noch keine Symptome haben. Beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen gelangen sie in die Luft.

Fakten zu Aerosolen laut Robert-Koch-Institut (Quelle):

  • Die Wahrscheinlichkeit einer Exposition ist im Umkreis von 1-2 m um eine infizierte Person herum erhöht.
  • Bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als 1,5 m erhöhen.
  • Die Gefahr ist größer, wenn infizierte Personen besonders viele Partikel ausstoßen (z. B. beim Singen und körperlicher Arbeit bei mangelnder Lüftung).
  • Bei Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Außenbereich aufgrund der Luftbewegung sehr gering.

Letzte Aktualisierung: 23.09.2020

Wie hoch ist die Übertragungsgefahr über das Abwasser?

Es klingt paradox, ist aber nach dem aktuellen Stand der Forschung so: Das SARS-CoV-2-Virus ist lange im Abwasser nachweisbar. "Länger als teilweise im Rachen", berichtet Virologin Sandra Ciesek im NDR-Podcast. Aber: "Dass man sich darüber infiziert, halte ich für äußerst unwahrscheinlich." Es handele sich dabei wohl um kleine Genabschnitte, wie Ciesek erläuterte, die sich im Wasser befanden und glücklicherweise nicht infektiös gewesen seien.

Die DWA hat eine Übersichtsseite eingerichtet, auf der sie über das Gefährdungspotenzial im Zusammenhang mit abwassertechnischen Anlagen informiert. Sie zitiert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): "Nach derzeitigem Stand des Wissens ist eine Übertragung von SARS-CoV-2 über den Weg des Abwassers sehr unwahrscheinlich. Eine Gefährdung durch SARS-CoV-2 für Beschäftigte an und in abwassertechnischen Anlagen außerhalb medizinischer Bereiche ist nach Stand des Wissens nicht gegeben".

Es gelten weiterhin die Anforderungen der Biostoffverordnung im Rahmen der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 220 „Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen“. Eine weitere Hilfestellung gibt die TRBA 400.

Letzte Aktualisierung: 23.09.2020

Wie geht infektionsschutzgerechtes Lüften?

Intensives, fachgerechtes Lüften von Gebäudeinnenräumen bewirkt eine wirksame Abfuhr bzw. Verringerung der Konzentration ausgeschiedener Viren und senkt damit das Infektionsrisiko in Räumen, die von mehreren Personen genutzt werden. Auch Klima- und Lüftungsanlagen sind von Bedeutung: 43 Prozent der 750.000 Anlagen in "Nichtwohngebäuden" funktionieren mit Umluft oder Mischluft – insofern lautet die Devise: Fenster auf!

Die Regeln im Überblick (ausführliche Version des BMAS):

  • In allen Arbeitsräumen, die von mehreren Personen nicht nur kurzzeitig gleichzeitig benutzt werden, gilt: Konsequent lüften!
  • Genaue Angaben zur Häufigkeit und Dauer enthält die Anweisung nicht.
  • Je kleiner die Frischluftmenge, desto höher die luftgetragene Virenlast und desto geringer sollte die Expositionszeit/ Aufenthaltsdauer in geschlossenen Räumen sein
  • Arbeitgeber sind gehalten, umgehend alle raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) auf Funktionstüchtigkeit zu prüfen
  • Anlagen sollten so eingestellt werden, dass sie auch vor und nach der eigentlichen Nutzung laufen. Außerdem gilt: Weniger Umluft, mehr Frischluft
  • Bei Umluftanlagen hilft ein Staubfilter-Upgrade: Mindstens Staubfilter der Klasse F7 der Klassen ISO ePM1 zo% (vormals F8) oder besser ISO ePM1 80% (vormals F9)
  • Die Ordnungsbehörden und Aufsichtsdienste der Länder sind angewiesen, Verstöße gegen die Arbeitsstättenverordnung verstärkt zu prüfen und zu ahnden. Es drohen Bußgelder und die Schließung von Räumen
  • Wenn eine hohe Belegungsdichte in Gebäudeinnenräumen nicht vermieden werden kann, empfiehlt die Bundesregierung, insbesondere bei mit Fenstern gelüfteten Räumen, die Nutzung von CO2-Messgeräten. Alternativ können Luftfilteranlagen eingesetzt werden

Letzte Aktualisierung: 23.09.2020

Wie schützen wir Mitarbeiter und Kunden in unserer Branche?

Dank zahlreicher  Hinweise und Tipps von Mitgliedern gibt's nun das Pandemie-Paket des RSV inklusive Muster-Pandemieplan, Masken-Vergleich für die Baustelle und eine Anleitung für den Fall, dass im Betrieb ein Verdachtsfall auftritt. Außerdem neu: Eine Vorlage für die Unterweisung sowie eine Vorlage für Kundenkontakte auf Baustellen.

 

Letzte Aktualisierung: 31.07.2020

Warum ist gerade jetzt die Funktionsfähigkeit von Abwasserleitungen wichtig?

Die öffentliche Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung gehören zu den Branchen, die durch die Bundesregierung als kritische Infrastruktur definiert sind. Dies geht aus einer entsprechenden Liste der Sektoren hervor, die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik herausgegeben wurde.

Seit dem 13. März 2020 gilt vielerorts ein Betretungsverbot von Kindertageseinrichtungen und schulischen Gemeinschaftseinrichtungen. Von dieser Regelung ausgenommen sind Kinder von Eltern, die in Berufen der kritischen Infrastruktur arbeiten  und keine Betreuung daheim gewährleisten können.

Ein bundesweit einheitliches Muster für die Bescheinigung, mit der der Arbeitgeber dies belegt, gibt es nicht. Es wird oftmals von der jeweiligen Kommune oder Landesregierung herausgegeben. Bitte erkundigen Sie sich gegebenenfalls in der Betreuungseinrichtung danach.

Letzte Aktualisierung: 17.04.2020

Wo finde ich seröse Informationen?

Fast täglich gibt es neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse über die Verbreitung des neuartigen Corona-Virus. Wir empfehlen, den offiziellen Websites zu vertrauen, da diese eine hinreichende Prüfung von Informationen zwingend erfordern.

Allerdings: Da insgesamt noch keine endgültige Klarheit herrscht, wie genau die Ansteckungswege verlaufen, sind die Formulierungen zu den Erkenntnissen offensichtlich bewusst gewählt. Wir empfehlen, folgenden Websites zu vertrauen:

Weitere Links:

Letzte Aktualisierung: 23.09.2020

Welche Ausnahmeregelungen des Bundes gelten für unsere Aufträge?

Arbeit an Abwasserinfrastruktur gilt als kritischer Bereich

Die öffentliche Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung gehören zu den Branchen, die durch die Bundesregierung als kritische Infrastruktur definiert sind. Dies geht aus einer entsprechenden Liste der Sektoren hervor, die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik herausgegeben wurde.

BMI zum Thema: Weiterführung von Baumaßnahmen und "höhere Gewalt"

In einem Schreiben hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat dargelegt, unter welchen Bedingungen Baumaßnahmen weitergeführt werden sollen. Sie sollen "erst eingestellt werden, wenn behördliche Maßnahmen dazu zwingen (z. B. Betretensverbote) oder aufgrund behördlicher Maßnahmen ein sinnvoller Weiterbetrieb nicht möglich ist (z. B. weil überwiegende Teile der Beschäftigten des Auftragnehmers unter Quarantäne gestellt worden sind)." Höhere Gewalt vertragsrechtlich als Bauablaufstörung anzuführen, könne auch in der Corona-Pademie "nicht pauschal angenommen werden". Hierfür gelten strenge Voraussetzungen. Das Dokument steht hier zum Download zur Verfügung.

BMI zum Thema: Begleichung von Rechnungen

"Die unverzügliche Prüfung und Begleichung von Rechnungen hat in der jetzigen Situation einen besonders hohen Stellenwert" – mit dieser Aussage setzt das BMI ein wichtiges Signal auch in Bezug auf die Liquidität. Verwiesen wird auch die Möglichkeit, gegen Bürgschaftsleistung des Auftragnehmers Vorauszahlungen zu leisten (§ 16 Abs. 2 Nr. 1 VOB/B). Ob dies zur Fortführung der Baumaßnahme sinnvoll ist, ist im Einzelfall zu entscheiden. Falls Vorauszahlungen geleistet werden, sind Zinsen dafür nicht zu fordern (vgl. § 16 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 VOB/B).

BMWi zum Thema: Ausnahmeregelungen bei der Vergabe

Im Rundschreiben vom 19.03.2020 informiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) über Möglichkeiten, wie während der Coronakrise abweichend von den Regelverfahren schnell und effizient beschafft werden kann. Auf das Rundschreiben, das sich an Bundesressorts, Länder und kommunale Spitzenverbände richtet, wird im Newsletter der BI_Vergabe hingewiesen. Außerdem gibt das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) mit einem Erlass vom 26.02.2020 Hinweise zur Auslegung der Bestimmungen der VOB/A 2019 für die Vergabe von Bauleistungen.

Letzte Aktualisierung: 03.04.2020

Wie wichtig ist der Bundesregierung die Fortführung von Baumaßnahmen?

Das Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat hat in einem Erlass vom 23.03.2020 betont, dass die Fortführung von Baumaßnahmen des Bundes – unter Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes – möglichst weiter betrieben werden sollen. Das Vorliegen von "höherer Gewalt" als Bauablaufstörung, könne auch in der jetzigen Ausnahmesitzuation nicht pauschal angenommen werden.

Letzte Aktualisierung: 24.03.2020

Wie steht es um die Zahlungsfähigkeit kommunaler Auftraggeber?

In einer Stellungnahme haben der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Verband beratender Ingenieure (VBI) vor Insolvenzen gewarnt.

"Ingenieurbüros und Bauunternehmen aus ganz Deutschland berichten, dass Kommunen Rechnungen für bereits geleistete Aufträge nicht begleichen wollen und dies zum Teil sogar schriftlich mit Hinweis auf laufende Unterstützungsprogramme für die Wirtschaft begründen. Dieses Vorgehen gefährdet ohne Not die Existenz vieler Unternehmen und damit auch die Zukunft der Beschäftigten." Die gesamte Stellungnahme ist hier zu lesen.

Die Baubranche appelliert an die öffentliche Hand: Bund, Länder und Kommunen müssten weitere Bauprojekte anstoßen und erbrachte Bauleistungen zügig bezahlen. Die Verbände stehen bereits im Kontakt mit dem Bundesverkehrsministerium und dem Bundesbauministerium.

Letzte Aktualisierung: 25.03.2020

Liegt nicht in der Krise auch eine Chance für die Bauwirtschaft?

Auf diesen Punkt weist ein lesenswerter Beitrag des Deutschlandfunks hin, in dem der Zentralverband Deutsches Baugewerbe zitiert wird:

Die Bauwirtschaft sei sehr gut geeignet, zu einer Stabilisierung der Volkswirtschaft beizutragen, heißt es vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). Außerdem weist der ADAC darauf hin, dass jetzt die Gelegenheit günstig ist, auf Autobahn Bauarbeiten durchzuführen.

Letzte Aktualisierung: 25.03.2020

Was tut der RSV in dieser Situation für die Mitglieder?

Wir möchten gemeinsam in dieser schweren Zeit weiter dafür sorgen, dass der Erhalt der Infrastruktur und die Funktionsfähigkeit der Abwassernetze gewährleistet werden. Deshalb haben wir eine Stellungnahme erarbeitet, die wir über die Medien und über direkte Kommunikation an die Öffentlichkeit tragen.

  • Wir laden während der Corona-Krise regelmäßig zu einem Erfahrungsaustausch per Videokonferenz ein. Dort begrüßen wir Netzbetreiber, ausführende Unternehmen, Hersteller von Systemen und manchmal auch Medienvertreter, die – wie bei der Premiere am 25.03.2020 – dazu Stellung nehmen.
  • Wir informieren regelmäßig aktuell über die neuen Entwicklungen. Diesen Service stellen wir nicht nur für Mitgliedsunternehmen, sondern für alle offen zur Verfügung. Mehr dazu unter RSV-News auf der Startseite.
  • Der Verband wird weiter an seinen Zielen festhalten und das Voranbringen von Merkblättern über Online-Meetings realisieren.
  • Wir sehen das aktuelle Interesse an unserem Verband als Zeichen dafür, dass die organisierte Vorgehensweise in einer starken Gemeinschaft Früchte trägt. Wir sind sicher: Nach Beendigung der Corona-Krise werden weitere Unternehmen unserer starken Gemeinschaft beitreten.

Letzte Aktualisierung: 23.09.2020

Fragen und Antworten zur Kanalsanierung im öffentlichen Raum

Was versteht man unter Kanalsanierung?

Wenn in Städten und Gemeinden eine Kanalsanierung angekündigt wird, ist damit in der Regel die Erneuerung oder Renovierung von Abwasserkanälen gemeint. Entweder geschieht dies durch das Neuverlegen von Rohren - inklusive  Aufbaggern der darüber befindlichen Oberflächen bzw. Straßen - oder durch moderne, grabenlose Renovierungsverfahren.

Die gängigste Sanierungsmethode in Deutschland ist das Schlauchlining. In der englischen Sprache wird es als CIPP bezeichnet. Die Abkürzung steht für cured in place pipe, also vor Ort härtendes Rohr. Das beschreibt sehr gut den Produktionsprozess unter der Erde: Ein mit flüssigem Harz getränkter Schlauch aus Glas- oder Synthesefasern wird in die beschädigte Leitung eingezogen, aufgestellt und anschließend zum Beispiel mit UV-Licht gehärtet. Innerhalb weniger Stunden ist auf diese Weise ein neues, tragfähiges Rohr entstanden. Das Verfahren wurde erstmals im Jahr 1971 in London angewendet und gehört in Deutschland seit Jahrzehnten zu den gängigen Methoden.

Was ist das Inlinerverfahren oder die Inlinersanierung?

Als Inliner werden Schuhe mit Rollen bezeichnet, mit denen sich Menschen fortbewegen. Und wer vom geplanten Weg abkommt, verfährt sich schon mal. Scherz beiseite: Der Begriff wird häufig - eigentlich nicht korrekt - synonym für grabenlose Renovierungsmethoden verwendet.

Wie lange hält ein saniertes Rohr?

Moderne Sanierugnstechniken werden üblicherweise über 50 Jahre abgeschrieben. Die erwartete technische Nutzungsdauer liegt deutlich darüber. Darauf deuten Langzeit-Belastungstests im Labor hin.

Letzte Aktualisierung: 26.11.2020

Wie groß ist das Kanalnetz deutschlandweit?

Laut Daten des Statistischen Bundesamts beträgt die Gesamtlänge öffentlicher Kanalisation in Deutschland 594.334 Kilometer (Stand 2016). Damit sind 97 Prozent der Bevölkerung an die öffentliche Abwasserkanalisation abgeschlossen (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Seit 1995 ist die Kanalisation um 195.132 Kilometer gewachsen. Dies entspricht einem jährlichen Kanalwachstum von 9.200 Kilometern (Quelle: DWA).

Letzte Aktualisierung: 26.11.2020

Wie alt ist das Kanalnetz in Deutschland?

Repräsentative Umfragen des DWA und Hochrechnungen des Sta­tistischen Bundesamts ergeben: Die Kanalisation in Deutschland ist durchschnittlich 36,9 Jahre alt.

Spannend: Bei Kommunen mit weniger als 50.000 Einwohnern ist der Großteil der Kanäle unter 50 Jahre alt. Vor allem Großstädte mit mehr als 250.000 Einwohnern verfügen über ältere – teilweise mehr als 100 Jahre alte – Kanäle.

(Quelle: DWA)

Letzte Aktualisierung: 26.11.2020

Was muss passieren, damit das deutsche Kanalnetz für künftige Generationen fit ist?

Laut einer Umfrage der DWA muss der finanzielle Aufwand für Kanalsanierung und Instandhaltung erhöht werden, um langfristig den Zustand des Kanalnetzes in Deutschland zu verbessern. (Quelle: DWA).

Letzte Aktualisierung: 26.11.2020

In welchem Zustand sind die Kanäle in Deutschland?

Eine aktuelle, repräsentative DWA-Umfrage zeigt, dass sich mehr mehr als ein Viertel (27 Prozent) des deutschen Kanalnetzes in einem sehr guten Zustand befindet. Gleichzeitig sind 18 Prozent der Kanäle sanierungsbedürftig. Im Vergleich zur letzten Umfrage vor fünf Jahren hat sich die Statistik nur um einen Prozentpunkt nach oben bewegt. (Quelle: DWA)

Letzte Aktualisierung: 26.11.2020

Warum müssen Kanäle saniert werden?

Wurzeleinwuchs, Undichtheiten, statisches Versagen: Kanalrohrsysteme in Deutschland kommen zunehmend in die Jahre.

Nur selten wird der kritische Zustand auch über der Erde spürbar – nämlich dann, wenn defekte Leitungen nach heftigen Regengüssen zu Überschwemmungen, Unterspülungen und oberirdischen Einbrüchen führen. Die Folgen für Umwelt und Verkehrssicherheit sind also unübersehbar:

  • Defekte Kanalrohre verursachen Schäden im Straßenbelag und gefährden so die Verkehrssicherheit.
  • Undichte Leitungssysteme können erhebliche umweltrelevante Schäden im Erdreich anrichten. Tritt Abwasser aus defekten Leitungen aus (Exfiltration), droht die Verunreinigung des Grundwassers.
  • Auch Infiltrationen aus dem Erdreich haben Konsequenzen. Durch den Eintrag von Grund- und Schichtenwasser in Rohrleitungssysteme wird die Gesamt-Abwassermenge erhöht. Durch verdünnte Abwässer sinkt außerdem der Reinigungswirkungsgrad von Kläranlagen. Es entstehen zusätzliche Kosten für die Allgemeinheit.

In vielen deutschen Städten und Kommunen arbeiten Verantwortliche dem Sanierungsstau erfolgreich entgegen. Denn bereits seit rund einem halben Jahrhundert gibt es clevere Methoden, quasi minimalinvasiv Rohre und Schächte zu sanieren, ohne dabei die oberirdische Infrastruktur zu belasten.

Netzbetreiber in allen Teilen der Republik zählen dabei auf das langjährige Know-how der Mitgliedsunternehmen.

Was sind die häufigsten Kanalschäden?

Die DWA unterscheidet zwischen strukturellen und betrieblichen Schäden an Abwasserkanälen:

Was ist der häufigste Schaden nach baulicher Struktur?

  1. "Einragender oder schadhafter Anschluss" (27,3 Prozent)
  2. "Rissbildung" (25,7 Prozent)
  3. "Verbindung (verschobene oder einragende Dichtung)" (18,6 Prozent)
  4. "Oberflächenschäden" (13,1 Prozent)
  5. "Rohrbruch/Einsturz" (4,3 Prozent)

Was ist der häufigste Schaden nach betrieblicher Struktur?

  1. "Wurzeln" (33,7 Prozent)
  2. "Anhaftende Stoffe" (20,5 Prozent)
  3. "Infiltration" (17,7 Prozent)
  4. "Ablagerungen" (16,6 Prozent)
  5. "Andere Hindernisse" (5,5 Prozent)

(Quelle: DWA)

Letzte Aktualisierung: 26.11.2020

Wie viele Kanäle werden jährlich in Deutschland saniert?

Laut Angaben des DWA saniert die deutsche Abwasserwirtschaft jährlich rund ein Prozent des öffentlichen Kanalnetzes. Dies entspricht einer Gesamtlänge von knapp 6000 Kilometern. Etwa die Hälfte der Kanäle werden repariert - also schadhafte Stellen lokal ausgebessert. Dies geschieht über moderne Reparaturverfahren, oftmals per Roboter vom Schacht aus. Jeder zweite Kanalmeter wird renoviert - am häufigsten kommen hierbei grabenlose Technologien wie das Schlauchlining zum Einsatz. Ist das Kanalrohr zu stark geschädigt, kommen grabenlose Erneuerungsverfahren (z. B. TIP-Verfahren oder Berstlining) zum Einsatz.

Welche Sanierungsverfahren kommen in Deutschland am häufigsten zum Einsatz?

Daten des DWA zufolge erfolgt rund die Hälfte der Kanalsanierung über Reparaturverfahren (51 Prozent). An zweiter und dritter Stelle stehen Renovierungen (25 Prozent) und Erneuerungen (24 Prozent).

Im Zuge der Renovierungen kommt das Schlauchliningverfahren am häufigsten zum Einsatz.

(Quelle: DWA)

Letzte Aktualisierung: 26.11.2020

Wie schnell geht eine grabenlose Sanierung?

Je nach Rahmenbedingungen können grabenlose Sanierungsverfahren bereits nach etwa einem Tag abgeschlossen sein. Damit sind sie iedeal für akute Baumaßnahmen, bei denen oberiridisch Straßen, Fußbgängerzonen oder Parks geschont werden sollen.

Müssen Straßen gesperrt werden?

In der Regel kommt es bei Sanierungsmaßnahmen nur zu kurzzeitigen Sperrungen von Straßenabschnitten. Auch die eingeschränkte Zufahrten zu Grundstücken und kurzzeitige Halteverbote sind üblich, da die Sanierungsfahrzeuge direkt an die Schachtdeckel heranfahren, um das neue Rohr oder zum Beispiel den harzgetränkten Schlauch einzuführen.

Wie nachhaltig ist Kanalsanierung?

Die Sanierung von Abwasserleitungen ist ein wichtiger Baustein des Umwelt- und Gewässerschutzes.  Intakte Kanäle verhindern zum Einen die Exfiltration von Abwasser ins Erdreich. Was viele nicht wissen: Das Hauptproblem ist eigentlich die Infiltration. Schichten- und Grundwasser fließt in den Kanal, verdünnt das Abwasser und muss in der Kläranlage gereinigt werden. Verdünnte Abwässer haben einen schlechten Reinigungswirkungsgrad und benötigen mehr Energie.

Vielfach wird bei der Sanierung von Leitungen Kunststoff eingesetzt. Dieser zeichnet sich häufig durch eine längere Haltbarkeit aus, was letztlich die Nutzungsdauer erhöht und die Frequenz der Eingriffe ins Erdreich verringert.

Eine gewisse Skepsis wird zuweilen dem Schlauchlining entgegengebracht. Bei dieser Technologie entsteht unter der Erde ein neues Rohr im Altrohr. Bei den verwendeten Harzen handelt es sich um chlorfreie (nicht halogenierte) Kohlenwasserstoffverbindungen. Bei vollständiger Aushärtung gehen sie keine Reaktionen mit der Umwelt ein, was standardmäßig bei Sanierungsprojekten durch Laborproben überprüft wird. Die hohe erwartete Nutzungsdauer lässt zudem zudem die Recyclingfrage in den Hintergrund treten. Schlauchliner sind unproblematisch thermisch recyclebar.

Wieviel kostet die Kanalsanierung?

Der DWA vergleicht die Kosten für die jeweiligen Verfahren:

  • Reparatur aktuell durchschnittlich 82 € pro Kanalmeter
  • Renovierung durchschnittlich mit 438 € pro Kanalmeter
  • Erneuerung mit rund 1600 € pro Kanalmeter

(Quelle: DWA)

Letzte Aktualisierung: 26.11.2020