Branchen-News Kanalsanierung: Die Technologien im Überblick

Die "Trenchless Works" bietet einen Streifzug durch die Welt der Kanalsanierungs- und Reparaturverfahren.

von Ian Clarke

Es ist fast 50 Jahre her, als Eric Wood, der Erfinder des Insituform-Verfahrens, das erste vor Ort härtende Schlauchliningsystem für Rohrleitungen auf den Markt brachte. Der Name: CIPP - Cured In Place Pipe. Seitdem wurden zahlreiche Varianten der Technologie entwickelt – von der Warmwasserhärtung bis hin zur Umgebungshärtung und Lichthärtungssystemen. Parallel dazu kamen auch verschiedene andere Sanierungsmöglichkeiten für Rohrleitungen auf den Markt, darunter Sprühverfahren und Handlaminate, Relining sowie Wickelrohrverfahren.

Während die meisten dieser Optionen weltweit relativ weit verbreitet sind, scheint der Großteil des Marktanteils auf vor Ort härtende Systeme zu fallen. Wir werden jedoch zunächst einen kurzen Blick auf die Nicht-CIPP-Optionen werfen.

Beschichtungsverfahren

Liegen nur leichte, punktuelle Beschädigungen vor oder will man den Alterungsprozess aufhalten, ist es oft nicht notwendig, gleich einen kompletten statisch tragenden Liner zu installieren. In diesem Fall kommen von Hand aufgetragene, gespritzte oder maschinell aufgebrachte Beschichtungen zum Einsatz. Diese Beschichtungen können entweder auf Zementmörtel oder auf Harz basieren.

Handaufgetragene Beschichtungen erfordern das Arbeiten im zugänglichen Rohr. Entweder wird mit einer Kelle oder einer von Hand geführten Spritzpistole gearbeitet. Mittlerweile sind Sprühsysteme üblich, bei denen pumpenbetriebene Systeme mit speziell konstruierten rotierenden Sprühköpfen zum Einsatz kommen. Diese werden mit einer bestimmten Geschwindigkeit durch das Rohr bewegt, um die gewünschte Beschichtungsdicke zu erreichen. Dies kann sowohl für Mörtel- als auch für Harzanwendungen gelten. Die Technik kann bei den meisten gängigen Rohrdurchmessern angewendet werden.

Eine neuere Entwicklung in diesem Bereich ist die Einführung eines bürstenbasierten Systems zur Harzauftragung. Bei dieser Option sorgt eine mechanische Fräsmaschine, wie z. B. die Picote Millers, für den Rotationsantrieb einer Reihe von Bürsten in der Rohrleitung. Diese werden mit Harz versorgt, das über die Bürsten an die Rohrwand gestrichen wird. Die Beschichtung kann bis zu 4 mm dick sein. Der Vorteil soll gegenüber Sprühanwendungen darin liegen, dass eine gleichmäßige Schichtdicke entsteht und Deformationen der Rohrwand ausgeglichen werden können.

Rohr-Relining

Es gibt unterschiedliche Verfahren, die im Allgemeinen als Relining-Techniken bekannt geworden sind. Bei der einfachsten dieser Techniken wird ein neues Rohr durch das beschädigte Hauptrohr geführt. Der Durchmesser des Liner-Rohrs wird durch den Mindestdurchmesser des Altrohrs bestimmt. Die Form wird beeinflusst durch Alterungsprozesse, Bodenbewegung oder Versagen des ursprünglichen Rohrmaterials.

Durch das Einsetzen eines neuen Rohrs in das alte entsteht in der Regel ein Ringraum zwischen dem Liner und dem Altrohr, der unter Umständen vermörtelt werden muss, um das Eindringen von Wasser aus dem umliegenden Boden zu unterbinden und dessen Übertragung auf einen anderen Teil des Netzes zu verhindern. Das Hauptproblem dabei ist die Verringerung des Durchmessers im Vergleich zum ursprünglichen Rohr, die je nach Durchflussmenge, die das erneuerte Rohr im Laufe der Zeit und bei unterschiedlichen Bedingungen bewältigen muss, erheblich sein kann.

Relining ohne Ringraum

Für den Fall, dass ein eng anliegender Liner erforderlich ist, um den Kapazitätsverlust innerhalb des Rohrs zu verringern, wurden verschiedene Verfahren entwickelt, die als Reliing ohne Ringraum (im Englische: "Modified Sliplining") bekannt sind. Eine der gebräuchlicheren Formen des modifizierten Relinings sind vorverformte thermoplastische Liner. Hier kann das Liner-Rohr je nach Anwendung auch dicker oder dünnwandiger sein, je nach Einsatz in einer Freispiegel- oder Druckleitung.

Der ursprünglich runde Liner wird so gewählt, dass er eng und dicht an der Innenwand des Grundrohrs anliegt. Die Anforderung der engen Passform bedeutet in der Regel, dass der Liner nicht wie beim Relining direkt in das Altrohr eingeführt werden kann. Daher wird das Liner-Rohr durch eine Falzmaschine geführt, die eine Pressform verwendet, um das Liner-Rohr entweder in eine "U"- oder "C"-Form zu verformen. Durch diesen Vorgang wird das Querschnittsprofil des Liner-Rohrs auf ein wesentlich kleineres Profil reduziert als das Altrohr, das es auskleiden soll. Der Faltvorgang kann entweder vor Ort oder außerhalb des Werks oder des Depots vor dem Transport durchgeführt werden. Die Vorteile der beiden Optionen hängen von der jeweiligen Anwendung ab. Sobald der Liner auf dem zu sanierenden Rohrelement installiert ist, wird er entweder mit Druckluft oder mit Druckwasser unter Druck gesetzt.

Ein Bereich, in dem sich die Vorverformungs-Technologie ebenfalls durchgesetzt hat, ist das Lining mit vorgefertigten Schläuchen. Hier bietet Primus Line eine Reihe von Linern für genau diesen Zweck. Der Primus Liner ist ein vielseitiges Sanierungssystem für den Transport von flüssigen und gasförmigen Medien. Der flexible, mit Aramidgewebe verstärkte Liner und die speziell entwickelten Verbinder bilden eine leistungsstarke Lösung für die grabenlose Sanierung von Druckleitungen oder für den Aufbau einer robusten, unabhängig verlegbaren flexiblen Leitung. Der Liner wird gefaltet geliefert. So kann Primus Line auch in Rohren mit gleicher Nennweite verlegt werden. Ein Klebeband hält den Liner in seiner U-Form, bis er mit einem Druck von etwa 500 mbar belastet wird. Dieser Druck bewirkt, dass der Liner seine ursprüngliche runde Form wieder annimmt, sobald er sich in der Leitung befindet.

Wickelrohrverfahren

Unter den Linern im Wickelrohrverfahren gibt es sowohl manuel als auch maschinell hergestellte Liner. Bei beiden werden in der Regel die gleichen Grundmaterialien zur Herstellung des Liners verwendet. Der Liner wird in Form eines Profilstreifens aus PVC, stahlverstärktem PVC oder HDPE-Kunststoff geliefert, der auf einer Rolle aufgewickelt ist. Zur Herstellung der Auskleidung wird der Profilkunststoff von der Rolle abgezogen und dem Montagepersonal im Hauptrohr oder in einer Spiralwickelmaschine zugeführt, die sich je nach Funktionsweise der Maschine entweder im Hauptrohr oder am Eingang des Hauptrohrs befindet.

Die Wickelmaschine rotiert, um das flache Kunststoffprofil in eine Spirale zu drehen, sodass die Kanten der Streifen ineinander greifen und ein Rohr bilden, das zum wasserdichten Liner wird. Der Rohrdurchmesser spielt bei der Auswahl des anzuwendenden Verfahrens eine wichtige Rolle. Der bewegliche Rohrwickler kann auch für die Auskleidung unrunder Querschnitte eingesetzt werden.

Sanierung mit Rohrelementen

Die im Englischen als Sectional Liners bezeichneten Liner werden in Form von Liner-Segmenten geliefert, die in der Regel im Werk nach einer Spezifikation hergestellt werden. Sie lassen sich für die jeweilige Rohrleitungsanordnung auslegen und fertigen, einschließlich kleinerer Verbindungssegmente, die um Bögen herumgeführt werden. Sie werden üblicherweise aus GRC-, GFK- oder RPM-Materialien hergestellt, und die Abmessung des Liners ist normalerweise durch die Mindestinnenabmessung des Altrohres begrenzt.

Angesichts der starren Beschaffenheit des Linerabschnitts kann die Verwendung eines flexiblen Verbindungsmaterials zwischen benachbarten Abschnittsenden erforderlich sein, insbesondere bei Bögen. Das Verfahren kann durch den Transport und die Positionierung der beteiligten Liner arbeitsintensiv sein. Außerdem sind Schulungen für enge Räume und gesetzliche Vorschriften erforderlich. Bei den meisten, wenn nicht sogar bei allen Schlauchlining-Installationen, muss der Ringraum zwischen Liner und Hauptrohr verpresst werden und angesichts der Länge der meisten Projekte erfordert dies eine sorgfältige Planung und Ausführung, um sicherzustellen, dass ein vollständig vermörteltes Produkt entsteht. Zwei der bekanntesten Namen auf dem Gebiet der Sektionalen Liner sind Amiblu mit seinen kreisförmigen und nicht kreisförmigen Liner-Optionen und Channeline.

 

Schlauchlining mit Umgebungstemperatur

Wie bereits erwähnt, gibt es CIPP-Auskleidungen seit etwa 50 Jahren und sie sind in verschiedenen Formen für eine Vielzahl von Durchmessern und mit einer Reihe von Aushärtungsverfahren erhältlich.

In den Anfängen von CIPP war die gebräuchlichste Härtungstechnologie die Härung mit Umgebungstemperatur die wohl am häufigsten verwendete Härtungsmethode in der CIPP-Industrie. Bei dieser Methode härtet der Liner bei Umgebungstemperatur aus, ohne Unterstützung durch Wärme oder andere härtende äußere Einflüsse. Für die Aushärtung in der Umgebung stehen verschiedene Harze zur Verfügung, die vom Anwender für längere oder kürzere Aushärtezeiten verwendet werden können.

Aufgrund der Verarbeitungszeit des Harzes muss der Liner vom Ingenieur vor Ort imprägniert werden, bevor er in das Hauptrohr eingezogen oder eingezogen wird. Diese Option bietet den Vorteil eines kleinen Teams vor Ort und eines geringen Platzbedarfs.

Härtung mit Umgebungstemperatur (Ambient Cure) kann sehr kosteneffektiv sein, da es relativ schnell installiert werden kann und nur wenig Ausrüstung benötigt wird. Es ist jedoch nicht für den Einsatz bei größeren Längen und größeren Durchmessern geeignet. Es wird allgemein empfohlen, dass Ambient Cure-Installationen nicht für Liner mit einem Durchmesser von mehr als 225 mm durchgeführt werden und größere Längen können aufgrund der Zeitbeschränkungen für die Härtung des Harzes begrenzt sein.

 

Schlauchlining mit Warmwasser

Das CIPP-Verfahren von Eric Wood war eine Heißhärtungsmethode, bei der erhitztes Wasser verwendet wurde, um den Liner in das Hauptrohr zu stülpen. Dies erfordert die Verwendung eines Heißwasserboilers, um einen Liner auszuhärten. Die Heißhärtungsmethode kann für lange Strecken und große Durchmesser verwendet werden und beinhaltet eine werkseitige Imprägnierung des Liners vor der Anlieferung auf der Baustelle in einem gekühlten Transport.

Die Warmwasserhärtung beschleunigt die Aushärtung des Liners und es steht eine Vielzahl verschiedener Harze zur Verfügung, wobei auch einige chemisch resistente Harze verwendet werden können. Seit kurzem ist es auch möglich, Druckrohre auszukleiden. Diese Technik erfordert jedoch einen relativ großen Installationsaufwand, da eine Wasserquelle, Tankwagen und das Kesselsystem benötigt werden.

Schlauchliining mit Dampfhärtung

Im Laufe der Zeit erforschte die CIPP-Industrie weitere Aushärtungsmethoden wie die Dampfhärtung. Bei diesem Verfahren wird der Liner mit Hilfe eines Dampferzeugers unter Zugabe von Dampf gehärtet, bis er ausgehärtet ist.

Wie bei der Warmwasserhärtung werden auch die dampfgehärteten Schlauchliner werkseitig implementiert und per Kühltransport zur Baustelle geliefert. Diese Methode ist nach den anfänglichen Kosten für den Dampfkessel relativ preisgünstig und erfordert weniger Wasserversorgung als Heißhärtung, da kein Tankwagen für die Entsorgung des Abwassers erforderlich ist, was letztlich den Platzbedarf und die Kosten vor Ort reduziert.

Die Dampfhärtung eignet sich für Liner mit einem Durchmesser von bis zu 2.000 mm, allerdings besteht die Gefahr von "kalten Stellen", wenn sich Wasseransammlungen im Rohr oder in den Seitenleitungen befinden. Auf der Baustelle müssen strenge Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien beachtet werden, da der Kessel eine große Menge an heißem Dampf ausstößt und in der Regel ein größerer Kompressor erforderlich ist als bei der Heißwasserhärtung.

Schlauchliining mit lichthärtenden Systemen

Erst in den letzten Jahren hat sich im gesamten CIPP-Sektor ein deutlicher Trend hin zu lichthärtenden Techniken entwickelt, unter anderem die Einführung der UV-Härtung. Der Liner wird mit einer Winde durch das Hauptrohr gezogen und eine UV-Lichterkette wird durch das Rohr gezogen, um die Härtung des Liners zu bewirken. UV-Härtung eignet sich für Liner mit einem Durchmesser von bis zu 1.600 mm und ist aufgrund der schnellen Härtungszeit und der hohen Festigkeitseigenschaften eine beliebte Methode.

Die Entwicklung der UV-Härtung wurde durch die UV-LED-Härtung ergänzt – eine der neuesten Aushärtungsmethoden in der CIPP-Industrie. Die UV-LED-Härtung ist ein schnelles, sicheres und einfaches Aushärteverfahren, das auf der Baustelle viel weniger Platz benötigt als alle anderen Aushärteverfahren. Es ist die einzige Aushärtungsmethode auf dem Markt, mit der sowohl standardmäßige UV-glasverstärkte Liner als auch mit UV-LED-Harz imprägnierte Filzliner ausgehärtet werden können. Bei der UV-LED-Härtung werden styrolfreie Harze verwendet, so dass auf der Baustelle kein Geruch entsteht. Die UV-LED-Methode verkürzt auch die für die Rohrsanierung benötigte Zeit drastisch. Die leichten und tragbaren Aushärtegeräte ermöglichen den Zugang zu kleinen Arbeitsbereichen und benötigen weniger Energie als herkömmliche Systeme. Mit UV-LED können Liner sowohl horizontal als auch vertikal ausgehärtet werden. Allerdings ist die Aushärtungsfähigkeit von UV-LED derzeit auf Liner mit einem Durchmesser von bis zu 600 mm begrenzt.

 

Bluelight-Verfahren

Die Bluelight-Technologie härtet den Liner mit der Wellenlänge 450 nm und patentierten LED-Lichtquellen aus. Die Bluelight PAA-F-Liner sind in Durchmessern von DN70 bis DN100, DN100 bis DN250 und PAA-G-Liner bis DN400 erhältlich. Die Härtungsrollen sind aufgrund der geringeren Handhabung der Geräte zuverlässiger als herausnehmbare Köpfe. Außerdem gibt es ein patentiertes Kühlverfahren, das verhindert, dass Feuchtigkeit und Verunreinigungen mit der Elektronik in Berührung kommen. Da der Kopf selbst keine beweglichen Teile enthält, bietet er laut dem britischen Anbieter PBF eine höhere Zuverlässigkeit als andere Systeme auf dem Markt.

UV-Marktanteile in Europa

Für den traditionelleren UV-Markt liegen einige Zahlen vor, bei denen es sich allerdings nur um grobe Schätzungen handelt. In ganz Europa scheint es zum Beispiel ein gewisses Ungleichgewicht zu geben, wenn es um die Einführung von UV-Lichthärtungsauskleidungssystemen geht, wobei diese Zahlen zeigen, dass

  • der UV-Anteil von CIPP im Vereinigten Königreich etwa 37 % beträgt.
  • der UV-Anteil von CIPP in ganz Europa (einschließlich des Vereinigten Königreichs) etwa 61 % beträgt.
  • der UV-Anteil von CIPP in Deutschland bei ca. 66% liegt (Anmerkung: Es wird angenommen, dass Deutschland ca. 50% des gesamten europäischen CIPP-Marktes abdeckt)

Der UV-Anteil von CIPP in ganz Europa einschließlich des Vereinigten Königreichs (ohne Deutschland) beträgt etwa 55 %.

Dies deutet darauf hin, dass auf dem europäischen Markt der Großteil der CIPP-Installationen inzwischen mit UV-lichtaushärtenden Techniken durchgeführt wird. Das Vereinigte Königreich liegt mit nur etwa 37 % des CIPP-Marktes, der auf UV-Lichthärtung basiert, weit zurück. In diesen Zahlen sind jedoch keine Marktanteile für LED- oder andere Systeme berücksichtigt.

In der jüngsten Vergangenheit haben viele Behörden und Regierungen Richtlinien und Gesetze erlassen, die die Entfernung schädlichen Substanzen aus der Umwelt vorschreiben, so dass es einen Trend zu neu formulierten Harzen gibt, die ohne Styrolbasis auskommen und auf Epoxidbasis hergestellt werden.

Ein solches Beispiel, dessen Markteinführung kürzlich angekündigt wurde, stammt von InPipe aus Schweden. Inpipe Freeliner ist den Angaben zufolge der erste glasfaserverstärkte Liner der Welt, der frei von Styrol und Bisphenol A ist, einer weiteren Chemikalie, die auf der Liste der zu entfernenden Stoffe steht.

Verfügbarkeit der Lichthärtung

Lichthärtungssysteme gibt es zwar schon seit vielen Jahren, aber in den letzten Jahren ist ein deutlicher Anstieg in Richtung kleinerer, tragbarerer Systeme zu verzeichnen, die sich an das Marktsegment mit kleinerem Durchmesser und an kleinere Auftragnehmer richten, bei denen herkömmliche Aushärtungstechniken immer noch weit verbreitet sind, Bei ihnen wird der Bedarf an Marktveränderungen immer deutlicher.

In diesem Bereich sind mehrere Unternehmen tätig:

Hersteller von UV-Linern

Im folgenden geben wir die Informationen aus dem Artikel wieder, die deutsche Hersteller betreffen.

BKP-Berolina

BKP Berolina - Das Berolina-Liner-System ist ein kostengünstiges und effizientes Verfahren zur Sanierung von Abwasserrohren. Durch optimierte Produktions-, Transport- und Einbaubedingungen wird der Energieverbrauch im Vergleich zu anderen Verfahren deutlich reduziert. BKP stellt seit 1997 erfolgreich UV-lichthärtende und glasfaserverstärkte Schlauchliner her.

Für die meisten Anforderungen an sanierungsbedürftige Abwasserkanäle stehen verschiedene Linertypen zur Verfügung:

  • Berolina-HF-Liner für höhere mechanische Eigenschaften - Durch den speziellen Aufbau der Glasscheiben und den höheren Glasanteil erreicht der Berolina-HF-Liner höhere mechanische Eigenschaften, was zu einer Reduzierung der strukturell erforderlichen Wandstärke im Vergleich zum normalen Berolina-Liner führt. Das daraus resultierende geringere Gewicht ermöglicht eine einfachere Handhabung. Der Berolina-HF-Liner ist auch mit Integriertem Einbauschutz (IES) erhältlich, d.h. eine glatte Gleitfolie zum Einziehen ist nicht mehr erforderlich, so dass die Einbauzeit um bis zu 60 Minuten reduziert werden kann.
  • Berolina-LP-Liner für den Einsatz im Niederdruckbereich - Der Berolina-LP- Liner (LP=Low-Pressure) wird in der Abwasserdruckrohrsanierung eingesetzt. Durch die Verwendung von sehr widerstandsfähigem Glas und die besonders günstige strukturelle Anordnung der Glasscheiben ist ein maximaler Betriebsinnendruck von 3 bar möglich. Der Standard Berolina-Liner wurde modifiziert und für den Niederdruckbereich unter dem Namen Berolina-LP-Liner eingesetzt, um auch Druckleitungen zu sanieren.
Brandenburger Liner

Brandenburger entwickelt und fertigt im eigenen Haus Schlauchliner für die grabenlose Kanalsanierung. Die Schlauchliner werden mit UV-Licht ausgehärtet und bilden so ein neues Rohr im Altrohr. Da die Dimensionen, Querschnitte und mechanischen Belastungen je nach zu sanierendem Rohr unterschiedlich sind, bietet das Unternehmen für jede Situation ein passendes Produkt in Verbindung mit technischer Beratung an.

Mit Liner-Wandstärken von 3 mm bis 5 mm sind die verschiedenen Liner von Brandenburger für Rohre von DN150 bis DN1600 einsetzbar.

Brawo Systems

Smart - effizient - leistungsstark – diese drei Attribute stehen für das innovative BRAWO® Magnavity-System, das die Lichthärtung noch intelligenter, effizienter und leistungsfähiger macht. Das System besteht aus zwei intelligenten LED-Köpfen, einem 50 m langen Kombischlauch mit integrierter Energie- und Druckluftzufuhr, einer Einfahreinheit und einer Steuerbox. Das innovative, einzigartige Design des LED-Kopfes ermöglicht es, diesen gleichzeitig mit der Inversion des Liners einzufahren. Die Aushärtung erfolgt somit unmittelbar nach dem Einsetzen des Liners, ohne dass ein zusätzliches Einsetzen der Einheit erforderlich ist. Auf diese Weise wird ein kompletter Arbeitsschritt eingespart und selbst bei langen Rohren und Kanälen reicht ein Zugang (z.B. Revisionsöffnung) für die Sanierung aus.

Neben dem bereits bekannten Nano-LED-Kopf mit 96 Hochleistungs UV-LEDs für den Einsatz in Rohrdurchmessern von DN 70 bis DN 250 gibt es nun auch den neuen, extrem leistungsstarken Mega-LED-Kopf. Dank seiner 192 High-Power-UV-LEDs und der damit verbundenen höheren Lichtleistung ist eine bis zu ca. 70 % schnellere Aushärtung im Vergleich zum Nano-LED-Kopf möglich. Der Mega LED-Kopf ist für die Sanierung der Dimensionsbereiche DN 125 bis DN 300 geeignet. Ab einem Rohrdurchmesser von DN 150 können auch Rohre mit Bögen wirtschaftlich und effizient saniert werden.

Ergänzend zu diesen Entwicklungen hat Brawo Systems vor kurzem den neuen BRAWOLINER 3D DN 200-300 vorgestellt, der die beliebte 3D-Liner-Produktpalette nun optimal ergänzt. Damit können alle Nennweiten von DN 50 bis DN 400 bedient werden, auch bei Dimensionsänderungen im Rohrverlauf. Der BRAWOLINER 3D DN 200-300 ist mit den Harzsystemen Brawo I, Brawo III und BRAWO LR kompatibel. Die Aushärtung kann wie gewohnt mit Dampf, Heißwasser, Licht oder Umgebungstemperatur erfolgen.

Bluelight

Bluelight ist bekanntlich das am weitesten entwickelte System mit über 12 Jahren Erfahrung und das einzige reine LED-Lichthärtungsgerät im Vergleich zu den anderen Systemen, die mit UV-LED arbeiten. PBF Drainage (PBF) ist seit 2018 der britische Vertreter für Bluelight, als das Unternehmen das vermutlich erste LED-Lichthärtungsgerät in Großbritannien erwarb. Kurze Zeit später schloss das Unternehmen einen Vertretungsvertrag mit der Bluelight GmbH.

Die wachsende Nachfrage nach styrolfreien Harzen hat zu einem enormen Anstieg der Nachfrage nach LED-Härtungsgeräten geführt. Die Wasserversorgungsunternehmen raten den Auftragnehmern davon ab, Styrol zu verwenden, insbesondere in oder in der Nähe von Gebäuden, wo das Risiko einer Gefährdung größer ist. Dies hat dazu geführt, dass immer mehr Bauunternehmen in moderne, hochwertige Geräte investieren.

Die Bluelight PAA-F Liner sind in Durchmessern von DN70 bis DN100, DN100 bis DN250 und PAA-G Liner bis DN400 erhältlich. Die Aushärtungsrollen sind weitaus zuverlässiger als herausnehmbare Köpfe, da das Handling der Geräte reduziert wird. Außerdem gibt es ein patentiertes Kühlverfahren, das verhindert, dass Feuchtigkeit und Verunreinigungen mit der Elektronik in Berührung kommen. Da der Kopf selbst keine beweglichen Teile enthält, bietet er laut PBF eine höhere Zuverlässigkeit als andere Systeme auf dem Markt.

PBF imprägniert jetzt Bluelight LED-Lichthärtefolien in Großbritannien mit dem modernsten Imprägniersystem auf dem Markt. Mit automatischer Dosierung, temperaturgesteuerter Imprägnierung und kalibrierten Walzenspalten ist es möglich, die hohe Spezifikation der in ganz Europa verwendeten Materialien nachzubilden.

PBF kann sowohl die Filz-Inversionsliner als auch die Glasliner liefern, die beide mit ihren patentierten styrolfreien Vinylesterharzen imprägniert sind. Beide Typen können nur mit dem PBF-eigenen System ausgehärtet werden, das mit einer Wellenlänge von 450 nm (Nanometer) arbeitet, die sich als die effizienteste Lichtwellenlänge erwiesen hat.

ProKASRO - Für den effizienten Einbau von CIPP-Schlauchlinern produziert ProKASRO seit 2003 die KASRO-UV-Aushärtesysteme. Die KASRO UV CCU ist für Rohrdurchmesser von DN150 bis DN1200 einsetzbar und mit einer Aushärtekabellänge von 200 bis 240m erhältlich. Das Gerät ist hochmobil, kompakt und mit vier Rädern ausgestattet, so dass die Rohrsanierung auch auf engstem Raum durchgeführt werden kann. Das System arbeitet als komplette Steuereinheit über einer elektrisch angetriebenen Kabeltrommel, wobei Bedienung, Anzeige und Datenerfassung über einen 530 mm (21 Zoll) großen Touchscreen-PC erfolgen. Das System kann in ein Fahrzeug eingebaut werden und ist inklusive einer Vorrichtung zur Fernwartung per Fernsteuerung. Die verfügbaren KASRO-Lichtquellen sind: 8 x 400 W; 8 x 600 W und 8 x 1000 W.

Je nach Projekt stehen auch verschiedene Lichtquellen zur Verfügung. Dazu gehören die KASRO-UV-Lichtquellenkette für Rohre DN150 bis 500, der KASRO-UV-Lichtkern für Rohre DN550 bis 1200 und der KASRO-UV-Lichtkern für Rohre DN1000 bis 1600.

Reline UV Group

Reline UV Group - Die RELINE UV Group bietet maßgeschneiderte Geräte, die perfekt auf das Alphaliner-Sortiment des Unternehmens abgestimmt sind, um erfolgreiche Sanierungsprojekte zu gewährleisten. Die innovative UV-Technologie wurde im eigenen Haus entwickelt und produziert. Diese Systemtechnik wurde aus der Praxis für die Praxis entwickelt. Die UV-Härtungssysteme der RELINE UV-Gruppe verfügen über die nach eigenen Angaben höchste Aushärteleistung auf dem Markt und sind mit einer intelligenten, permanenten Leistungsüberwachung ausgestattet, die Leistungsabfälle jedes einzelnen Strahlers automatisch ausgleicht. Das Unternehmen bietet zwei Systeme an, das REE2000 und das REE4000.

SAERTEX Liner

SAERTEX multicom - SAERTEX multiCom hat 2016 den nach eigenen Angaben weltweit ersten GFK-Liner für die grabenlose Sanierung von Trinkwasserleitungen mit UV-Härtung vorgestellt. Heute will das Unternehmen noch weitere Meilensteine setzen, um mit dieser umweltfreundlichen Technologie noch mehr CO2 einzusparen und seine Produktpalette noch nachhaltiger zu gestalten. Gemeinsam mit dem strategischen Partner Scott Bader hat das Unternehmen nun mit dem SAERTEX-LINER® UPgreen eine bedeutende Innovation in der nachhaltigen Produktion von GFK-Schlauchlinern umgesetzt.

Die UPgreen-Technologie ist eine nachhaltige Prozessoptimierung bei der Herstellung von glasfaserverstärkten Schlauchlinern. Für die werkseitige Imprägnierung der SAERTEX LINER® setzt SAERTEX multiCom® auf ungesättigte Polyesterharze (UP-Harze) von Scott Bader, die mit einem neuen, klimafreundlichen Produktionsverfahren hergestellt werden. Seit dem letzten Quartal 2020 werden 70% der gelieferten UP-Harze mit der neuen Technologie hergestellt. Dadurch wurden allein im letzten Quartal 2020 bei rund 160.000 verkauften Laufmetern bereits 270.000 kg CO2 nachweislich eingespart. Das entspricht dem CO2-Fußabdruck von 723 Flügen von Frankfurt am Main nach New York.

Die UPgreen-Technologie wird für alle SAERTEX-LINER der Produktpalette eingesetzt, die UP-Harze verwenden. Diese GFK-Schlauchliner werden für die grabenlose Sanierung von kommunalen Kanälen und Rohrleitungen eingesetzt. Die umweltfreundliche Umstellung auf das UP-Harzsystem hat keinen Einfluss auf die technischen Eigenschaften der Produkte. Daher müssen die Kunden bei ihren Projekten keine technischen Änderungen berücksichtigen. Zudem stehen alle Weiterentwicklungen im Einklang mit allen weltweit bestehenden Produktzulassungen, so dass diese ihre Gültigkeit behalten. Bislang hat SAERTEX multiCom® die UPgreen-Technologie in Europa eingeführt. China und die USA werden in Zukunft folgen.

Die Tatsache, dass immer mehr Geräte angeboten werden und eine größere Auswahl an Installationsmöglichkeiten zur Verfügung steht, spricht dafür, dass die Lichthärtung insbesondere im Vereinigten Königreich noch nicht ganz ausgereift ist - aber sie ist auf dem Weg dahin.

Weitere Informationen

Dieser Artikel ist eine Übersetzung des englischen Artikels von ''Trenchless Works'' vom 28. Februar 2022. Wir danken an dieser Stelle den Autoren und dem Verlag für die Bereitstellung.

Zum Originalartikel von ''Trenchless Works''

Zur Website "Trenchless Works" - mit Zugang früheren Ausgaben

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