Pressemitteilungen Kanalsanierung: "Ohne Kunststoffe geht es nicht"

In einer Stellungnahme erklärt der RSV-Vorstand, warum der Einsatz von Kunststoffen für den Erhalt der Abwasserinfrastruktur unverzichtbar ist.

"Können wir noch in Zukunft Bauprojekte mit Kunststoffprodukten guten Gewissens beauftragen?" – "Was ist mit dem Mikroplastik, das aus Abwasserrohren stammt?" Diese Fragen werden den Mitgliedern des Rohrleitungssanierungsverbandes in der letzten Zeit häufiger gestellt. Vor allem eine Pressemitteilung über eine Studie wird in diesem Zusammenhang immer wieder zitiert. Diese hat sich der RSV genauer angeschaut und eine Stellungnahme verfasst.

Wichtig für den Transport von sauren Abwässern

Unter dem Titel „Ohne Kunststoffe geht es nicht“ beziehen die RSV-Vorstände Benedikt Stentrup, Andreas Haacker und Volker Neubert Stellung zu einer Studie, die vom Fachverband Betonrohre und Stahlbetonrohre (FBS) beauftragt worden war.  "Kunststoffe, Stahl, Beton, Steinzeug – in der Bauwirtschaft leisten derzeit alle Hersteller von Rohrwerkstoffen ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit, zu CO2-Einsparungen, zur Kreislaufwirtschaft und zum volkswirtschaftlichen Nutzen“, heißt es in der vom RSV herausgegebenen Stellungnahme. Der Verband wehre sich dagegen, dass der Wert von Kunststoffen in Abrede gestellt wird: „Die Sanierung von vielen tausend Kilometern schadhafter Abwasserrohren aus Beton, Steinzeug und Stahl kann heute nur deshalb erfolgen, weil moderne Kunststoffrohre und Verfahren in der Lage sind, beispielsweise saure Abwässer dauerhaft sicher zu transportieren.“ Der RSV-Vorstand verweist auf die ökonomischen und ökologischen Vorteile der grabenlosen Verfahren: Verzicht auf empfindliche Eingriffe in das Erdreich, geringere Transportlasten, Vermeidung von Staus.

In der Studie hatte das Institut Fraunhofer Umsicht keine eigenen Messungen vorgenommen, sondern Berechnungen und Prognosen getroffen. Zentrales Ergebnis, das die Veröffentlichung der FBS übrigens nicht enthielt: ”Die Abschätzungen zeigen, dass zurzeit die Mengen an Kunststoffabrieb im Vergleich zur Gesamtmenge der Mikroplastikemissionen „eher gering“ sind. 

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass die Menge an Mikroplastik in den Gewässern stark abhängt von der Filterung in der Kläranlage und von der Frage der Klärschlammverbrennung. Auch wurde der in der Praxis zu erwartende Abrieb im Rohr neu bewertet und mit die Analyse einbezogen.

"Sehr konservativ angenommen"

”Die in der Studie für die Berechnung angenommene Abrasion auf einem Viertel der Rohrfläche wird aus meiner Sicht sehr konservativ angenommen”, sagt Andreas Haacker, Geschäftsführer von Siebert + Knipschild und ehrenamtlicher Vorsitzender des RSV. In seinem Labor werden regelmäßig Zulassungsprüfungen für Kunststoffrohre mit der Darmstädter Kipprinne vorgenommen. ”Die tatsächliche Beanspruchung findet im Mittel auf etwa zehn Prozent der Fläche – also der Gerinnebreite –statt”, so Haacker.

Weiterer Punkt: In der Studie wird unter anderem auf das Vorhandensein von Weichmachern im Baubereich hingewiesen, allerdings die Nutzung in Rohren nicht erläutert. "Gerade um eine hohe Langlebigkeit herzustellen, werden grundsätzlich für die Herstellung von Kanalrohren keine Weichmacher eingesetzt“, so Haacker.

„Wir gehen davon aus, dass weiterhin ein gesellschaftlicher Konsens besteht: Kunststoffe leisten auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, zum Kampf gegen die Folgen des Klimawandels und zur Erhaltung der Abwasserinfrastruktur“, heißt es im RSV-Statement abschließend.

Das Statement des RSV-Vorstands im Wortlaut

Zum Artikel Mikroplastik aus Abwasserrohren - Eine Schlagzeile und ihre Geschichte

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