Branchen-News DWA-Umfrage: Mehrheit fordert mehr Investitionen

Die Situation im unterirdischen Kanalnetz bleibt kritisch: 18 Prozent der Leitungen sind laut der aktuellen Umfrage der DWA sanierungsbedürftig – dabei wird nur rund ein Prozent jährlich saniert. Tenor: Das reicht nicht aus, um die Netze für künftige Generationen fit zu halten.

In welchem Zustand ist das Kanalnetz?

Die DWA überreichte heute zuerst die gute Nachricht: Über ein Viertel des deutschen Kanalnetzes befindet sich aktuell in einem guten Zustand, so die Pressemitteilung. Und was ist mit dem Rest? Da ist bei rund jedem fünften Kanalmeter kurz- oder mittelfristig Sanierungsbedarf angesagt. Im Vergleich zur letzten Umfrage vor fünf Jahren hat sich die Statistik nur um einen Prozentpunkt nach oben bewegt.

Der tatsächliche Sanierungsaufwand betrug nach Hochrechnung der DWA rund 6.000 Kilometer – vorwiegend über Reparaturvefahren (51 Prozent), Renovierung vorwiegend durch Schlauchlining (25 Prozent) oder Erneuerung (24 Prozent).

"Die Daten belegen die erfolgreiche Arbeit der deutschen Abwasserwirtschaft. Sie zeigen aber auch, dass der finanzielle Aufwand für die Sanierung in den nächsten Jahren noch weiter gesteigert werden muss, um die Substanz auch für die kommenden Generationen zu erhalten", lautet die Mahnung von Prof. Uli Paetzel Präsident der DWA. Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA).

Wie teuer ist die Kanalsanierung?

Bei den Kosten für die jeweiligen Verfahren stellte die DWA einen beeindruckenden Vergleich auf:

"Während für die Reparatur aktuell durchschnittlich 82 € pro Kanalmeter anfallen, schlägt die Renovierung durchschnittlich mit 438 € je Kanalmeter zu Buche. Eine völlig andere Größenordnung erreicht die Erneuerung mit rund 1600 €/m. Aufgrund der bei der Erneuerung häufig schwierigen Rahmenbedingungen übersteigen hier die Kosten die eines Neubaus bei Erschließung deutlich, diese liegen im Mittel bei lediglich 718 €/m."

In der DWA-Mitteilung heißt es weiter: "Die jährliche Sanierungsrate von rund einem Prozent würde eine durchschnittliche Nutzungsdauer von etwa 100 Jahren voraussetzen. Die Mehrheit der Branche plädiert daher aktuell dafür, den finanziellen Aufwand für die Sanierung und Instandhaltung künftig zu erhöhen."

Für die Umfrage hat die DWA die Daten von 423 Kanalnetzbetreibern in Deutschland ausgewertet, die knapp 30 Mio. Einwohner repräsentieren. Auf dieser repräsentativen Datenbasis konnte eine Hochrechnung für ganz Deutschland durchgeführt werden.

Die ganze Mitteilung gibt es bei DWA: "Ein Viertel der Kanalisation ohne Mängel – knapp ein Fünftel muss kurz- bis mittelfristig saniert werden".

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