Podcasts Christian Koch: Schäden aufspüren mit künstlicher Intelligenz

Wie künstliche Intelligenz die Zustandserfassung in Kanälen und Schächten vereinfacht, erzählt der Gründer der Firma Pallon (ehemals Hades) im "Rohrfunk".

Christian Koch / Foto: Pallon

Christian Koch ist Mitbegründer von Pallon, einem Unternehmen, das sich mit der Auswertung von Kanaluntersuchungen auf KI-Basis beschäftigt. Im Gespräch erzählt er, wie Künstliche Intelligenz die Zustandserfassung in der Kanalsanierung erleichtert.Neue Entwicklungen ermöglichen eine exaktere und leichtere Verarbeitung von Zustandsaufnahmen und ein schnelleres Erfassen von sanierungsbedürftigen Kanälen und Schächten. Durch die Technik wird die teilweise ungenaue, manuelle Klassifizierung von Schäden abgelöst. Wir erfahren auch, welche Rolle „Deep Learning“ dabei spielt. Wie immer ist auch Benedikt Stentrup, Geschäftsführer der Sanierungstechnik Dommel mit dabei.

Christian Koch zu...

Zur Funktionsweise künstlicher Intelligenz im Kanal

"Das Schöne dabei ist, dass man die Aufgabe –  das mühsame Aufschreiben der Schäden – an eine Maschine abgibt. Wir schaffen damit eine konsistente objektviere Beschreibung dieser Schäden, nach der dann die Ingenieure die Sanierung planen"

Zur Frage, wo künstliche Intelligenz an ihre Grenzen stößt

Man muss sagen: Die maschinelle Auswertung ist nicht perfekt. Sie wird aber immer besser je mehr Daten sie sieht. Und es gibt immer wieder Beispiele, die nicht der Norm entsprechen und da ist es für die Maschine sehr schwierig, eine regelwerkskonforme Kodierung zu machen. Deswegen berechnen wir auch, ob die Maschine sich an manchen Stellen unsicher ist und dann sind das genau die Stellen, wo der Mensch gezielt einschreitet, dort eine Qualitätssicherung macht und der Maschine hilft, die Ergebnisse zu beschreiben. Ich glaube das ist eine schöne Kombination: Die Maschine macht die wiederkehrenden mühsamen, wiederkehrenden Kodierungen und wenn's dann schwierig wird, kann der Mensch mit seinem Expertenwissen einschreiten.

Zur Idee, KI für die Kanalsanierung zu nutzen

Ehrlich gesagt, war das die Idee meines Mitgründers Dominik. Mit ihm habe ich zusammen Umweltingenieurwesen studiert.  Er hat schon in seiner Masterarbeit automatisiert Google-Street-Images ausgewertet um automatisch Schachtdeckel zu finden.... Und der wirkliche Grundstein für die Idee war als er mit einem Studienkollegen von uns  in Lissabon am Strand saß, beide waren am Ende des Studiums und haben sich gefragt: Hey was machen wir denn nach dem Studium? Und da meinte der Dominik zu dem Kollegen: Was wollen wir denn nicht machen. Der Kollege hatte vier Monate lang in einem Ingenieurbüro gesessen und acht Stunden lang Inspektionsaufnahmen ausgewertet. Hey, das würde ich gerne ungern den Rest meines Lebens jeden Tag machen. Das war der Grundstein der Idee.

Zu den weiteren Plänen

Wir haben mit den Kanälen begonnen, seit diesem Jahr machen wir die Schächte und da freuen wir uns drüber, dass es so gut klappt und dass es am Markt zum Beispiel bei Dommel, aber auch bei anderen, positiv angenommen wird und dass wir damit ein wichtiges Problem lösen. Was wir planen ist die Dinge zu verfeinern. Wir wollen erstmal eine Sache richtig gut machen und das ist die Zustandkondierung bestmöglich lösen. Und im Nachgang gibt es noch viele Bereiche im Punkt Digitalisierung. Von den Prozessen aktuell werden viele Daten manuell von A nach B transferiert, da wollen wir Lösungen schaffen, wie Daten einfacher geteilt werden können. Wir haben zwar schon welche geschaffen, aber die wollen wir noch weiter optimieren. Und dann gibt es Punkte, wie man die Datenverwaltung optimieren kann.

Der Podcast zum Anhören:

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