Sanierung mit Kunststoffrohren

GFK-Anforderungsprofil-2010

Aufgabenstellung – Ziele

Hintergrund und Veranlassung für dieses Anforderungsprofil ist die Situation in vielen Kommunen, dass die großen Abwassertransportleitungen häufig schon mehrere Jahrzehnte bzw. an manchen Stellen bereits über hundert Jahre alt sind. Viele dieser Kanäle weisen teilweise starke Schäden auf und es stellt sich die Frage der Sanierung. Neben mehreren auf dem Markt befindlichen Bauverfahren stellt die Sanierung des Rohrstranges mit werkgefertigten GFK-Rohren ein technisch ausgereiftes und langlebiges Verfahren dar.

Durch die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe aus Vertretern der Süddeutschen Kommu-nen und dem RSV Rohrleitungssanierungsverband e.V. werden die Erfahrungen und Fachkenntnisse von Auftraggeber -und Auftragnehmerseite bei der Fortschreibung des Süddeutschen Anforderungsprofils genutzt. Das Anforderungsprofil soll eine Hilfestellung für Planer und Auftraggeber sein. Zugleich soll es Bietern ermöglichen, sich im Vorfeld einer Ausschreibung mit den Anforderungen und Bedingun-gen für eine Auftragserteilung und -abwicklung vertraut zu machen.

Renovierungsziele

Folgende Renovierungsziele werden für Kanalsanierungsmaßnahmen, die auf Basis dieses Anforderungsprofiles ausgeschrieben werden, festgelegt:
- Die Funktionsfähigkeit des Kanals muss dauerhaft wieder hergestellt werden.
- Die statischen Vorgaben des Merkblattes DWA M127 Teil 2 sind einzuhalten.
- Wiederherstellung der Dichtheit des Kanals.

Die Anforderungen des Gewässerschutzes und einer optimalen Abwasserableitung und Abwas-serreinigung sind einzuhalten. Es sollen auch die nachfolgend genannten Vorteile der Renovierung von Abwasserleitungen mit vorgefertigten GFK-Rohren genutzt werden:
- Wirtschaftlichkeit im Verhältnis zum Neubau
- geringe öffentliche Belastung, geringer Eingriff in den Verkehrsraum, geringe Emissionen (Lärm, Erschütterungen)
- Die erwartete Nutzungsdauer der Sanierungsmaßnahme beträgt mindestens 60 – 70 Jahre

Aktualisierung

Das hier vorliegende Anforderungsprofil und auch die Qualitätssicherung stellen nach Auffassung sämtlicher Beteiligter einen aktuellen Stand der Technik dar. Es kann also nur als Zwischenstand angesehen werden, der sich durch stetige Überarbeitung den Änderungen des Marktes unter dem Gesichtspunkt der Qualitätssicherung anpassen muss. Dieser Aufgabe verpflichten sich die Beteiligten.

Kunststoffrohre für grabenlose Bauweisen: Freigefälleleitungen

Das vorliegende RSV Merkblatt behandelt den Einbau fabrikgefertigter / werksseitig hergestellter Kunststoffrohre aus den Materialien PE, PE-Xa, PP, GfK und PVC für den Anwendungsbereich Freigefälleleitungen. Es werden ausschließlich Verlegeverfahren behandelt, welche praxiserprobt sind. Zudem müssen die Kunststoffrohre in der Lage sein, nach der Installation sämtliche Lasten und Betriebszustände ohne rechnerische Betrachtung des jeweiligen Altrohrzustandes aufzufangen. Somit ist die Absicherung einer mindestens 50-jährigen Mindestnutzungsdauer analog eines Rohres, installiert in herkömmlicher offener Bauweise, gewährleistet. Eine chemische Beständigkeit der Rohre ist im Bedarfsfall nachzuweisen. Temporäre Maßnahmen, welche nicht mindestens die Nutzungsdauer von 50 Jahren garantieren, finden im Arbeitsblatt keine Berücksichtigung. Die Entscheidungsmatrix soll die Entscheidungsträger bei den Städten, Gemeinden, Ingenieurbüros und ausführenden Firmen bei der Auswahl der richtigen Materialsysteme und Sanierungsmethoden unterstützen und setzt Standards für die Auswahl der Materialen und Sanierungsverfahren.

Sie haben Anregungen oder Fragen zu diesem Thema?

Bitte addieren Sie 6 und 3.