RSV-News-intern Wie steht es um die IFA-Anerkennung des Schlauchlinings für AZ-Leitungen?

Eine viel gestellte Frage. Hier kommt der Stand der Dinge und die Lösung für Kommunen, die Asbestzementkanäle dringend instandhalten müssen.

Aktualisiert am 19.12.2023

Der Stand der Dinge: Mit drei Messungen hat der RSV Anfang des Jahres 2023 bestätigt, dass das vor Ort härtende Schlauchlining den Anforderungen an emissionsarme Verfahren gemäß TRGS 519 entspricht. Das Verfahren hat die Bedingungen erfüllt, die in der DGUV Information 201-012 formuliert sind. Dies wurde uns vom IFA bestätigt.

Es dauert...

Was fehlt, ist die Aufnahme in die Liste der BT-Verfahren durch das Institut für Arbeitsschutz (IFA), auf der derzeit das Berstverfahren als einziges Verfahren zur Instandhaltung von erdverlegten Leitungen verzeichnet ist.

Sie haben es eilig? Es geht auch ohne IFA-Anerkennung

Tatsächlich wird seitens des IFA empfohlen, parallel zum Antragsverfahren durch das Intitut die Anerkennung seitens der Länder vorzunehmen und damit konkrete Projekte zu beschleunigen. Hierfür werden bis Mitte Januar seitens des RSV die Unterlagen vorbereitet. Sobald dann das vom IFA anerkannte BT-Verfahren veröffentlicht ist, kann dies dann verwendet werden.

Denn: Nicht nur die Träger der Gesetzlichen Unfallversicherung sondern auch die Behörden sind zur Anerkennung berechtigt. Gemäß der LV 45, den aktuell geltenden Leitlinien zur Gefahrstoffverordnung des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik, ist dies klar vorgesehen. Bedingung: Die Methode orientiert sich an den Krtierien, die auch für Anerkennung eines emissionsarmen Verfahrens gelten. Und die sind beim vor Ort härtenden Schlauchlining nun gegeben.

In Deutschland dürfen Schlauchliner in Abwasserleitungen aus Asbestzement installiert werden, wenn die Maßnahme gemäß der arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben der TRGS 519 erfolgt. Damit verbunden ist auch eine behördliche Genehmigung durch die jeweilige Gewerbeaufsicht. Diese vertrauen zwar in Deutschland auf das IFA, das die Liste der emissionsarmen Verfahren pflegt und damit Ausschreibungen vereinfacht. Es gibt aber auch eine Alternative.

 

Auszug aus der LV 45

Die technische Prüfung des Antrags auf Anerkennung als emissionsarmes Verfahren ist durch das IFA bereits im Frühjahr 2023 erfolgt. Bemessen wurde auf den Baustellen der gesamte Prozess des Schlauchlinings von den vorbereitenden Arbeiten (Reinigung, Fräsarbreiten, Einmessen der Anschlüsse) über die Sanierung bis hin zu den Anschlussanbindungen und Abfallbeseitigung nach der Sanierung.

Wir möchten der Veröffentlichung durch das IFA ungern vorgreifen. Auf Anfrage versenden wir allerdings gern den Stand der Verfahrensbeschreibung und den Ergebnisbericht der Messungen (Kontakt).

Weitere Hinweise finden Kommunen, Unternehmen und Ingenieurbüros in unseren FAQ.

Was ist bei grundsätzlichen rechtlichen Bedenken?

Rechtliche Bedenken basieren häufig auf Mythen, die ihren Ursprung in einer inzwischen widerlegten Rechtsauffassung bezüglich der Gefahrstoffverordnung und REACH-Verordnung haben.

Derzeit gibt es nach der allgemeinen Rechtsauffassung kein Gesetz oder Verordnung, die eine funktionelle Instandhaltung von erdverlegten Leitungen durch grabenlose Verfahren untersagt. Auch ein Entfernungsgebot besteht nicht.

Das neue Merkblatt der DVGW W 396 empfiehlt Rehabilitationsmaßnahmen zur funktionellen Instandhaltung von Leitungen.

Sie haben Anregungen oder Fragen zu diesem Thema?

Bitte rechnen Sie 1 plus 4.

Zurück