Fragen und Antworten zu Inliner-Verfahren, Schlauchlining, grabenlose Sanierung

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High-Tech unter der Erde: Informationen für Bürger und Entscheider

Beschädigte Abwasserkanäle sollen durch ein Inliner-Verfahren saniert werden. Was steckt dahinter?

Was früher Baggerschaufel und Ersatzrohr in wochenlangen Baustellen erledigten, übernehmen heute Robotertechnik, ferngesteuerte Fräsmaschinen und Hochleistungswerkstoffe innerhalb weniger Stunden: Mit dem sogenannten Schlauchlining oder Inliner-Verfahren werden in Deutschland mehrere tausend Kilometer schadhafte unterirdische Kanäle saniert. Die Technik ist vergleichbar mit einer minimalinvasiven Operation und sie gibt es seit fast 50 Jahren: Harzgetränkte Faserschläuche werden von einem Schacht zum anderen durch das alte Rohr gezogen, an das Altrohr angepresst und mit UV-Licht ausgehärtet. Deutschland gehört zu den Vorreitern dieser Technologie mit international bekannten Herstellern und erfahrenen ausführenden Unternehmen.

Für welche Kanalsysteme ist die grabenlose Sanierung geeignet?

In den Bereichen Abwasser und Niederschlagswasser sind moderne Schlauch- lining-Verfahren als gängige Methoden für Durchmesser von DN 100 bis ca. DN 2000 im Einsatz. Auch größere Dimensionen und Sonderprofile sind möglich.

Wie lange dauert eine Baumaßnahme mit Schlauchlinern?

Das hängt von den Gegebenheiten, den anstehenden Vor- oder Nacharbeiten sowie von der Verfügbarkeit der Unternehmen ab. Der Einbau eines Schlauchliners kann bereits binnen weniger als 24 Stunden erfolgen – bei Bedarf auch über Nacht.

Wie lange hält ein saniertes Kanalrohr oder ein Schachtbauwerk?

Moderne Sanierungstechniken sind auf Standzeiten von 50 Jahren ausgelegt.Experten schätzen, dass die Nutzungsdauer – vor dem Hintergrund von mehr als 30 Jahren Erfahrung in Deutschland – deutlich darüber liegt.

Wie kann man sicher sein, dass die Sanierung erfolgreich war?

Bei Sanierungsverfahren kommen sogenannte Halbprodukte zum Einsatz – kunstharzgetränkte Schläuche mit einer Synthesefaser oder Glasfaser. Siewerden unter strengen Qualitätssicherungsmaßnahmen industriell vorge- fertigt. Das eigentliche Endprodukt entsteht vor Ort auf der Baustelle und wird nach Abschluss der Baumaßnahme einer Materialprüfung unterzogen. Sie belegt, dass die systemtypischen Materialanforderungen erfüllt wurden.

Was müssen Entscheider bei der Planung und Ausschreibung beachten?

Vor jeder Ausschreibung ist eine Zustandserfassung erforderlich, die Boden- und Grund-wasserverhältnisse sowie Durchmesser, Länge der Haltungen, Schäden und etwaige Ein- brüche der Rohre dokumentiert. Wichtig ist festzustellen, ob eine grabenlose Renovierung infrage kommt. Moderne Inspektionsmethoden sowie erfahrene Anbieter bzw. Ingenieur-büros helfen bei der Entscheidungs ndung. Bei der Verfahrensauswahl sind Besonderhei- ten des zu sanierenden Kanalsystems zu berücksichtigen.

Wo können Netzbetreiber fachliche Hilfestellung erhalten?

Bundesweit arbeiten zahlreiche kompetente Ingenieurbüros, die über langjährige Erfah- rungen im Bereich der Sanierung verfügen. Sie stehen kommunalen Auftraggebern auch bei Fragen zur Planung und Ausschreibung zur Seite.

Wie findet man ein gutes Unternehmen?

Unternehmen, die Mitglied im Rohrleitungssanierungsverband sind, müssen über entsprechende Zertifikate den Nachweis bringen, dass sie Qualität im Sinne der Anforderungen und technischen Regelwerke liefern. Ingenieurbüros müssen eine Zertifizierung aus dem Bereich der Rohrsanierung vorweisen, Prüflabore müssen für die jeweiligen Prüfungen akkreditiert sein. Sie suchen ein Unternehmen in Ihrer Nähe? Das finden Sie hier.

Alle Informationen auf einem Blick: In der Broschüre "Umweltschutz mit Tiefgang" haben wir weitere interessante Fakten zusammengestellt

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