Ulrich Winkler - Nachruf

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ULRICH WINKLER: Experte und Überzeugungstäter

Ulrich Winkler: Ingenieur, Journalist und Fotograf. Leidenschaftlicher Experte für Abwasser- und Wasser-Infrastrukturen. Begeistert von Architektur – und unterirdischer Architektur.

 

 

Und ein ganz feiner Mensch.

Ulrich Winkler ist tot.

„Plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen.“ – So war es und ist doch unbegreiflich.

1958 geboren in Leverkusen, studierte Winkler Stadtplanung an der Technischen Universität Dortmund. Seine erste Anstellung Anfang der 80er Jahre führte ihn eher per Zufall in den Untergrund: Bei der Kanal-Müller-Gruppe (KMG) verantwortete er Marketing und Öffentlichkeitsarbeit – damals, als noch kein Ingenieur (ein)sah, wie notwendig diese „Luxusdisziplinen“ sind. Und wie wichtig es auch ist, für das Image einer Branche zu werben, die das Funktionieren unserer Wirtschaft und unseres hohen Lebensstandards garantiert.

1985 machte Winkler sich selbstständig, arbeitete als freier Ingenieur, Journalist und Fotograf. Im Laufe der Jahre erarbeitete er sich immenses Wissen. So kamen immer mehr Unternehmen auf ihn zu und baten um Unterstützung bei ihrer Kommunikation. Winkler arbeitete für Dienstleister sowie für Material- und Rohrhersteller. Vor zwei Jahren übernahm er auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Aufgabe des Pressesprechers für den RSV. Für uns war Ulrich Winkler dabei einer der angenehmsten Partner: Nicht nur höflich und zurückhaltend, sondern fast im Übermaß integer, fair und ehrlich.

Beruf und Berufung: Seine Faszination für Architektur übertrug Winkler auf unterirdische Bauwerke: In den Abwasserkanälen Deutschlands war er sozusagen zuhause. Im Kopf Wissen und Neugier, in der einen Hand einen Kugelschreiber und in anderen die Kamera. Ulrich Winkler hat die deutschen Abwassersysteme sozusagen fotografisch kartographiert und dabei – auch künstlerisch – überraschende Ein- und Ausblicke geschaffen. Zweimal – 2006 und 2009 – gewann er den Fotowettbewerb „Grabenlos-Foto des Jahres“ der Öster­reichischen Gesellschaft für Grabenlosen Leitungsbau (ÖGL).

Winkler lichtete nicht nur Technik ab, sondern begleitete „mit viel Respekt Menschen bei ihrer anstrengenden und verantwortungsvollen Arbeit für die Funktionsfähigkeit unseres Gemeinwesens“, schrieb die Wasser Galerie Berlin. In mehr als 25 Jahren entstanden zehntausende Bilder aus unseren Abwassersystemen – die wohl größte Fotosammlung weltweit über die Welt unter unseren Füßen.

„Unter uns“ hieß dann so treffend wie doppeldeutig seine Foto-Ausstellung. Der Untertitel – von Nutzen und Ästhetik des Untergrundes – zeigte, wie wichtig ihm alle Facetten dieses, „seines“ Themas waren. Am anderen Ende der Welt faszinierte sie sogar schon früher als in Deutschland: „Unter uns“ war 2009 im japanischen Ngoya zu sehen, bevor sie ab 2010 durch Deutschland reiste und 2013 endlich in Berlin zu sehen war.

Dabei ging es ihm um mehr: Winkler kannte und verstand den Kreislauf des Wassers in der menschlichen Zivilisation wie kaum ein anderer. Und er konnte diesen und die Folgen verständlich erklären und beschreiben. So engagierte Winkler sich auch politisch für den Umweltschutz. Der Überzeugungstäter wusste, dass wir investieren müssen, um Wohlstand und Gesundheit bei uns zu erhalten – und in anderen Gebieten der Erde zu schaffen.

Am 24. Juli 2016 ist Ulrich Winkler gestorben.

Er hinterlässt seine Ehefrau Regina Monczynski und einen erwachsenen Sohn.

Wir werden ihn vermissen: Sein Wissen, seine Fotos, seine Texte, seine Überzeugungen und vor allem ihn, den Menschen Ulrich Winkler.

RSV – Rohrleitungssanierungsverband e.V.

 

Christian Waitz           Wolfram Kopp         Frederik Lipskoch               Tim Krüger

Vorsitzender                 Vorstand                 Vorstand                               Geschäftsführer

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